(erschienen in VELOPLAN, Nr. 03/2026, September 2026)
Sharing-Spezialist aus der Schweiz
Investoren aus Großbritannien übernehmen Publibike
Als führender Anbieter von Sharing-Rädern in der Schweiz operiert Publibike in 120 Städten und Gemeinden. Nun sichern sich britische Investoren die Mehrheit der Anteile – was in den Medien auch Kritik auslöst.
Ursprünglich von der Schweizer Post angestoßen, wechselte der Bikesharing-Anbieter Publibike Anfang 2022 im Rahmen eines Management-Buyouts den Besitz. Dazu hatte CEO Markus Bracher den IT-Unternehmer Guido Honegger und Thomas Binggeli als Investoren an Bord geholt. Viereinhalb Jahre später verkaufen Honegger und Binggeli ihre Anteile an Publibike an den britischen Investor Vision Edge One (VE1). Dieser richtet seine Investitionen langfristig aus und teilt mit Publibike die Vision einer nachhaltigen, vernetzten und zugänglichen Mobilität. Markus Bracher hält an seiner Minderheitsbeteiligung fest und ist auch unter den neuen Mehrheitseigentümern als CEO gesetzt.
Zunächst nur in acht Städten präsent, stieg Publibike in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Städten, Gemeinden und Partnern zu einem der größten Bikesharing-Netzwerke der Schweiz auf. Aktuell stehen über 10.000 Velos und E-Bikes in rund 120 Städten und Gemeinden zur Verfügung. In den kommenden Jahren sind Investitionen in die Weiterentwicklung der Services, der Flotte und der Technologie geplant. Für Unmut bei Schweizer Medien wie Lokalpolitiker*innen sorgt die Tatsache, dass Publibike jahrelang Verluste schrieb und erst mithilfe von Subventionen und Steuergeldern in die Gewinnzone fand.
(lvr)

Es gibt eine Premiere
ADFC-Fahrradklima-Test 2026 am
1. September gestartet
Der ADFC-Fahrradklima Test ist eine wichtige Möglichkeit für Radfahrer*innen, um die Radfahrbedingungen der eigenen Stadt oder Gemeinde zu bewerten. Bei der neuen Umfrage gibt es eine Premiere.
Es ist die mittlerweile zwölfte Ausgabe des ADFC-Fahrradklimatests, deren Befragungszeitraum am 1. September gestartet ist. Der Fahrradklimatest ist die größte Befragung von Radfahrer*innen in Deutschland zur Fahrradfreundlichkeit ihrer Städte und Gemeinden. Wie viel wird vor Ort fürs Radfahren getan? Was hat sich in den letzten Jahren verbessert? Sind die Radwege in einem guten Zustand? Das sind Fragen, auf die Antworten gesucht werden.
Kinder und Jugend im Fokus
Erstmals stehen Kinder und Jugendliche mit einer eigenen Umfrage im Fokus. Es geht um ihre Radfahrgewohnheiten und was sie brauchen, um gut und sicher Rad zu fahren. Insgesamt besteht der ADFC-Fahrradklima-Test aus drei Befragungen: für Erwachsene, für Kinder und Jugendliche sowie für Kommunen.
Am letzten ADFC-Fahrradklima-Test haben deutschlandweit circa 213.000 Personen teilgenommen. Die Online-Befragung unter www.fkt.adfc.de startete am 1. September und läuft bis zum 30. November. Der ADFC-Fahrradklima-Test 2026 wird gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP).
(jw)

Gesamtvolumen bis zu 145 Millionen Euro
Bund-Förderung: Hohe Resonanz auf „Junge Generation Fahrrad“
Das Interesse an der gezielten Förderung des Rad- und Fußverkehrs für Kinder und Jugendliche ist in deutschen Kommunen hoch. Wie das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) vermeldet, sind die Einreichungsfristen für den Förderaufruf „Junge Generation Fahrrad – aktiv mobil“ des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) erfolgreich zu Ende gegangen.
Mit einem Gesamtvolumen bis 145 Millionen Euro unterstützt der Bund Projekte, die Kindern und jungen Menschen bis 25 Jahre eine sichere und selbstständige Mobilität ermöglichen sowie die entsprechenden Rahmenbedingungen nachhaltig verbessern.
Schon im Vorfeld zeichnete sich der große Bedarf der Praxis ab: Das BALM verzeichnete eine starke Nachfrage mit zahlreichen Fachanfragen und gut besuchten Online-Informationsveranstaltungen. Das Förderprogramm ruht auf zwei Säulen, die nun beide in die finale Prüfungsphase gehen.
In der ersten Säule, Förderlinie 1 („Zukunft fährt Fahrrad“), stehen innovative Modellprojekte im Mittelpunkt, die bauliche Infrastruktur mit begleitenden Maßnahmen verknüpfen. Gefördert werden bis zu 30 Modellkommunen mit Beträgen zwischen 1,5 und 6 Millionen Euro je Projekt bei Projektlaufzeiten bis 2031. Das Spektrum reicht von der Infrastruktur über Bildung und Beteiligung bis hin zu Schulfahrrädern und wissenschaftlicher Evaluation. Innerhalb der Frist gingen 62 Projektskizzen ein – deutlich mehr als vom Amt erwartet. Voraussetzung für die Einreichungen war die Kombination aus mindestens drei Teilmaßnahmen. Eine Fachjury wählt Ende August 2026 die förderwürdigen Konzepte aus, woraufhin bis zum 18. Oktober die vollständigen Anträge eingereicht werden müssen.
Die Förderlinie 2 („Lückenschluss im Sprint“) zielt hingegen auf schnelle Ergebnisse im Straßenraum ab. Hier geht es um kurzfristig umsetzbare Infrastrukturmaßnahmen im Umfeld von Bildungs-, Kinder- und Jugendeinrichtungen. Die Projekte sind mit 250.000 bis 1,5 Millionen Euro dotiert und müssen bis Ende 2027 baulich umgesetzt sein. Das BALM verzeichnete in dieser Kategorie fast 180 Anträge. Der engere Bezug zu Fußverkehrsmaßnahmen ist hierbei an eine direkte Kopplung an den Radverkehr gebunden. Für beide Förderlinien schließt das BALM die jeweiligen Bewilligungsverfahren bis Ende 2026 ab.
(mf)

Analyse von Fit Reisen
Wo es in Deutschland die größte Mietrad-Dichte gibt
Der Reiseveranstalter Fit Reisen hat die 80 größten Städte dahingehend untersucht, wie dicht Mietradangebote vor Ort verfügbar sind. Auch wenn die Daten begrenzt belastbar sind, zeigen die Ergebnisse relevante Unterschiede.
Wenn Menschen erst laufen müssen, senkt das die Chance, dass sie ein Leihrad nutzen, ist man sich bei Fit Reisen sicher. Der Reiseveranstalter hat das Leihradangebot von den 80 größten Städten in Deutschland analysiert. Dafür wurden 6000 Einträge aus Google Maps und dem Branchenbuch Gelbe Seiten herangezogen und Bike-Sharing-Anbieter wie Nextbike oder Stadtrad, aber der klassische Fahrradverleih für Stunden oder Tage einbezogen.
Frankfurt am Main auf Platz 1
Wer die größten Metropolen oder Fahrradstädte wie Münster auf den ersten Rängen vermutet, liegt nicht ganz richtig. Frankfurt am Main kommt mit 2,23 Mietmöglichkeiten pro Quadratkilometer auf Platz 1, knapp vor Hannover mit 2,14. Die Unterschiede sind groß. Frankfurt bietet im Vergleich zur letztplatzierten analysierten Stadt das 200-fache Angebot. Berlin hat mit 778 Standorten in absoluten Zahlen das größte Angebot. Auf die Stadtfläche von 891 Quadratkilometern bezogen kommt die Hauptstadt aber nur auf 0,87 Angebote pro Quadratkilometer und belegt damit Platz 7.
Aufs Bundesland gesehen ist Hessen das stärkste Bundesland im Ranking mit Frankfurt auf Platz 1, Darmstadt auf Platz 11 und Offenbach am Main auf Platz 13. Nur die Städte Köln (1,39) und München (1,20) bilden zusammen mit Frankfurt und Hannover die einzigen vier Städte mit mehr als einem Mietradangebot pro Quadratkilometer.
Auffällig ist zudem ein Ost-West-Gefälle. Berlin ausgenommen kommen ostdeutsche Städte im Schnitt auf rund 0,08 Mietangebote pro Quadratkilometer. Bei den Westdeutschen sind es 0,25. In den Top 20 nach Angebotsdichte ist Berlin die einzige ostdeutsche Stadt. Leipzig folgt erst auf Platz 23, Dresden auf Platz 28, Chemnitz auf Platz 73.
Die Top 10
Platz 1: Frankfurt am Main
(2,23 Leihradangebote pro km²)
Platz 2: Hannover
(2,14 Leihradangebote pro km²)
Platz 3: Köln
(1,4 Leihradangebote pro km²)
Platz 4: München
(1,2 Leihradangebote pro km²)
Platz 5: Düsseldorf
(0,94 Leihradangebote pro km²)
Platz 6: Mainz
(0,92 Leihradangebote pro km²)Platz 7: Berlin
(0,87 Leihradangebote pro km²)
Platz 8: Stuttgart
(0,62 Leihradangebote pro km²)
Platz 9: Würzburg
(0,61 Leihradangebote pro km²)
Platz 10: Bonn
(0,51 Leihradangebote pro km²)
Methodischer Hinweis: 6000 Google-Einträge der Kategorien „Fahrradverleih“ und „Fahrradmietstationen“ sowie aus dem Branchenbuch Gelbe Seiten wurden erhoben. Die Angebote umfassen stationsbasierte Bikesharing-Anbieter und stationären Fahrradverleih. Bereinigt um dauerhaft und vorübergehend geschlossene Standorte wurden 4667 Einträge ausgewertet. Stichtag war der 17. Juni 2026. Die tatsächlichen Zahlen können über die hier ausgewerteten Angebote hinausgehen.
(sg)

Initiative „America Builds Bikes“
PeopleForBikes will inländische Fahrradproduktion ankurbeln
Wie kann die heimische Fahrradproduktion in den USA angekurbelt werden? Die Intitiative „America Builds Bikes“ will sich dafür einsetzen. Was geplant ist.
Die Vereinigten Staaten waren einst ein bedeutender globaler Fahrradproduzent. Noch 1997 wurden etwa 9 Millionen Fahrräder – 75 Prozent des US-Marktes – auf US-amerikanischem Boden produziert. 97 Prozent der in den Vereinigten Staaten verkauften Fahrräder sind heute Importe. Zwar sind einige Unternehmen daran interessiert, die heimische Produktion auszuweiten, doch hohe Zölle auf Komponenten, die im Inland nicht in großem Maßstab hergestellt werden, machen die Produktion kompletter Fahrräder in den USA wirtschaftlich schwierig.
Dort setzt die Initiative „America Builds Bikes“ an. Kernstück der Initiative ist der parteiübergreifende „U.S. Bicycle Production and Assembly Act“ (H.R. 3904), ein Gesetzentwurf, der die Fahrradproduktion im Inland zu einer rentableren Option machen soll, indem Zollbarrieren für importierte Komponenten, die bei der Montage in den USA verwendet werden, abgebaut werden.
„PeopleForBikes setzt sich dafür ein, dass Unternehmen, die Fahrräder in den Vereinigten Staaten bauen oder montieren wollen, einen realistischen Weg dazu haben“, sagte Jenn Dice, Präsidentin und CEO von PeopleForBikes. Und weiter: „Die Initiative ‚America Builds Bikes‘ wird die Lieferketten der Fahrradindustrie stärken, neue Arbeitsplätze in der heimischen Produktion schaffen und das Wirtschaftswachstum in Gemeinden im ganzen Land ankurbeln.“
Neue Website
PeopleForBikes hat eine neue Website zur Unterstützung der Initiative „America Builds Bikes“ gestartet, die einen Überblick über den Gesetzentwurf, den Gesetzestext, ein herunterladbares Informationsblatt sowie Stellungnahmen von Fahrradherstellern enthält, die an einer Ausweitung der Produktion in den USA interessiert sind. Außerdem enthält sie ein benutzerfreundliches Tool, mit dem US-Amerikaner*innen ihre Kongressabgeordneten kontaktieren können, um den „U.S. Bicycle Production and Assembly Act“ zu unterstützen.
Die Initiative ist das Ergebnis monatelanger Zusammenarbeit zwischen PeopleForBikes, Fahrradherstellern, Zulieferern und führenden Kongressabgeordneten, um praktische, parteiübergreifende Lösungen voranzutreiben, die die US-Fahrradindustrie stärken und mehr Möglichkeiten für die heimische Produktion schaffen.
(jw)

Im kommenden Jahr
Fahrrad Essen schafft neue Sonderfläche für Spezialräder
Die Fahrrad Essen ergänzt ihr Angebot zur kommenden Laufzeit vom 25. bis 28. Februar 2027 um einen neuen Sonderbereich. Der Fokus wird hier auf Spezialräder gelegt.
Die neue Sonderfläche steht unter dem Motto „Stabile Mobilität“. Auf rund 1000 Quadratmetern stellen führende Hersteller innovativer Mobilitätslösungen dort ihre Produkte vor – von Liegerädern über Trikes und Sesselräder bis hin zu Reha-Bikes und Velomobilen. Ein erweiterter Test-parcours, der erstmals auch das Freigelände einbezieht, soll Messebesuchern bestmögliche Möglichkeiten bieten, die Fahrzeuge unter realistischen Bedingungen zu erproben.
„Unser Ziel ist es, alle Facetten der Fahrradwelt an einem Ort zu zeigen und erlebbar zu machen“, erklärt Gunter Arndt, Projektleiter der Fahrrad Essen. „Mit dem neuen Sonderbereich und einem Testparcours, der auch nach draußen führt, lernen die Besucher aktuelle Fahrradkonzepte mit zwei oder mehr Rädern kennen und können sie gleich praxisnah testen.“
(jw)

Umfrage von Fahrradhersteller Diamant
Gefährliches Halbwissen bei Konsumenten rund um E-Bikes
Der E-Bike-Markt in Europa wächst mit rasanter Dynamik. Doch eine neue, umfassende paneuropäische Studie im Auftrag von Diamantrad zeigt: Das Wissen über Verkehrsregeln, Technik und das richtige Handling hält mit den Verkaufszahlen nicht Schritt.
Die kürzlich veröffentlichte Studie basiert auf einer im Auftrag von Diamantrad durchgeführten Umfrage unter 4041 Erwachsenen im Zeitraum von Februar bis März 2026. Die Datenerhebung erfolgte in sechs europäischen Ländern über das Marktforschungsinstitut Norstat sowie im DACH-Raum über einen qualifizierten Online-Fragebogen.
Abgefragt wurden Themen wie beispielsweise Akku-Technologie beziehungsweise Akku-Handling, Rechte und Pflichten im Straßenverkehr, Tempolimits und Versicherungspflicht im paneuropäischen Vergleich. Zudem wurde abgefragt, welches Land die E-Bike-Nutzung am besten organisiert und welche Verbesserungen hinsichtlich der Sicherheit beim Radfahren und der Radinfrastruktur gewünscht werden.
Das Fazit: Die Nutzung von E-Bikes in Europa steht auf einem soliden Fundament, doch das mangelnde Regel- und Technikwissen bildet eine ernst zu nehmende Bruchstelle. Menschen suchen nicht mehr nur Anbieter mit guter Hardware, sondern solche, die auch Sicherheit, Orientierung und Wissen mitliefern. Die herrschende Verunsicherung beim Akku-Handling ist ein vordringliches Problem. Diamant hat zu diesem Thema bereits ausführlichen Content vorbereitet, das von vielen Menschen aktiv und intensiv genutzt wird.
Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse hat Fahrradhersteller Diamant online veröffentlicht. Dort finden sich dann auch eine Download-Möglichkeit für die gesamte Studie Diamant E-Bike 2026.
https://www.diamantrad.com/de-DE/blog/diamant-e-bike-studie-2026/
(jw)

Wichtiger Schritt
Hase Bikes bringt das Kettwiesel „ONE REHA“ ins Hilfsmittelverzeichnis
Das Kettwiesel hat schon viele Menschen (zurück) aufs Rad gebracht. Jetzt folgte der nächste wichtige Schritt: Hase Bikes hat die Modelle Kettwiesel One Reha und Kettwiesel One Up Reha erfolgreich im Hilfsmittelverzeichnis nach § 139 SGB V gelistet.
Beide Dreiräder verfügen damit erstmals über eigene Hilfsmittelnummern und können nun von einem Arzt/einer Ärztin verordnet werden.
„Seit fast 30 Jahren bauen wir das Kettwiesel und entwickeln es mit einem klaren Ziel weiter: Menschen in Bewegung zu bringen“, sagt Ann-Kristin Masjoshusmann, Teamleiterin Marketing bei Hase Bikes. „Die Aufnahme ins Hilfsmittelverzeichnis hilft uns dabei, noch mehr Menschen den Weg zu selbstständiger Mobilität zu eröffnen.“
Für Hase Bikes markiert die Aufnahme ins Hilfsmittelverzeichnis einen wichtigen Meilenstein: „Eine Hilfsmittelnummer ist für uns kein Selbstzweck“, sagt Ann-Kristin Masjoshusmann. „Sie erleichtert Menschen den Zugang zu einem Dreirad, das ihnen Mobilität, Unabhängigkeit und Lebensfreude zurückgeben kann. Genau dafür bauen wir unsere Räder.“
Das Kettwiesel One Reha mit Untenlenker trägt die Hilfsmittelnummer 22.51.04.0009, das Kettwiesel One Up Reha mit Obenlenker die Hilfsmittelnummer 22.51.04.0008.
(jw)

Ideen und Wünsche
Umfrage gestaltet Zukunft des Elberadwegs
Der Elberadweg ist laut ADFC-Radreiseanalyse der beliebteste Fernradweg Deutschlands. In einer Umfrage lassen sich nun Ideen und Wünsche einbringen, wie sich die Route weiterentwickeln soll.
Der Elberadweg ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für viele Städte und Regionen entlang der Strecke. Die Route steht nun vor einer umfassenden Neuausrichtung, die den Weg im Rahmen eines bundesweiten Förderprogramms fit für die Zukunft machen soll. Diese Phase beginnt nun mit einer umfassenden Befragung der Gäste. Bis Anfang September sind zwei Befragungs-Teams an der Strecke unterwegs und sammeln Meinungen. Bis Ende Oktober ist es zudem möglich, digital an der Umfrage teilzunehmen.
„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein“, sagt Projektmanagerin Heike Grunow, die das Projekt „Elberadweg Goes Future“ leitet. Beteiligt sind alle drei regionalen Elberadweg-Koordinierungsstellen in Deutschland. „Mehr als 30 Jahre nach seiner Einweihung möchten wir den Elberadweg auf den neuesten Stand und gleichzeitig frischen Schwung in das Produkt bringen.“
Hintergrund der Weiterentwicklung seien veränderte Nutzererwartungen, Informations- und Kaufprozesse, schärferer Wettbewerb und schmaler werdende kommunale Budgets. „Uns interessiert die Meinung der Radler“, fügt Heike Grunow hinzu. „Was reizt die Gäste am Elberadweg? Wie nutzen und erleben sie ihn? Was ist gut? Was geht besser? Welche Wünsche haben die Nutzer? Wie planen sie ihre Tour?“
Zusätzlich zur Befragung analysiert das Projekt-Team die Infrastruktur entlang des Weges und ermittelt den objektiven wirtschaftlichen Effekt für die Anrainer-Kommunen. So sollen auch Investitionsentscheidungen vereinfacht werden. Die Ergebnisse sollen ab 2027 in die Marken- und Produktentwicklung einfließen, worauf ab 2028 eine große Online-Marketing-Kampagne folgen soll. „Es ist wirklich eine große Chance für den Elberadweg – sowie für alle Fans und Freunde der Route“, sagt Heike Grunow. „Ob sie die Strecke als Arbeitsweg, entspannte Nachmittagsrunde oder Bikepacking-Abenteuer erleben: Wir laden Radler deutschlandweit ganz herzlich ein, die Möglichkeit zu nutzen und die Zukunft ihres Elberadwegs durch Teilnahme an der Befragung mitzugestalten.“
(sg)
https://umfrage.elberadweg.de/erw/Ihre_Meinung_zum_Elberadweg.html

BIMP 2026 verfügbar
Neueste Daten deuten auf Stabilisierung der Fahrradbranche hin
Wer aktuelle Marktinformationen zur europäischen Fahrradbranche sucht, wird bei der Datensammlung „Bicycle Industry & Market Profile 2026“ fündig. Die diesjährige Ausgabe ist die erste, die unter der Ägide von European Cycling Industries erscheint.
Das BIMP 2026 zeigt, dass die europäische Fahrradbranche ihren Wandel hin zu einem ausgewogeneren und nachfrageorientierten Markt fortgesetzt hat. Nach dem außergewöhnlichen Nachfrageschub während des Covid-Booms, den Unterbrechungen der Lieferketten und der anschließenden Marktkorrektur der letzten Jahre deuten die aktuellen Daten klar auf eine Stabilisierung der Branche hin. Die Hersteller haben ihre Produktion angepasst, die Lagerbestände haben sich schrittweise normalisiert und die Importe sind wieder gestiegen.
Wichtige Kennzahlen des BIMP 2026
Gesamtproduktion von Fahrrädern in Europa:
10,820 Millionen Fahrräder und EPACs im Jahr 2025
(unverändert gegenüber 2024)
Gesamtabsatz von Fahrrädern in Europa:
15,618 Millionen verkaufte Fahrräder und EPACs im Jahr 2025
(-2,6 Prozent gegenüber 2024)
Gesamtumsatzwert in Europa:
18,252 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025
(-0,84 Prozent gegenüber 2024)
Direkte Beschäftigung in Europa:
67.076 Arbeitsplätze in der direkten Fertigung von Fahrrädern sowie Teilen und Zubehör
(Anstieg um 1.025 gegenüber 2024)
Detaillierte Analysen
Über diese Kernindikatoren hinaus bietet der Bericht detaillierte Analysen des europäischen Fahrradmarktes, einschließlich Produktion, Absatz und Beschäftigung sowie Import- und Exportströmen und nationaler Marktdaten. Als umfassendste jährliche Datenquelle der Branche hilft das BIMP dabei, den sich wandelnden europäischen Fahrradsektor zu verstehen und fundierte strategische Entscheidungen zu treffen. „Die Daten für 2025 bestätigen, dass die europäische Fahrradbranche ihren Übergang von einer Phase außergewöhnlicher Marktvolatilität hin zu einer ausgewogeneren und widerstandsfähigeren Aufstellung fortgesetzt hat. Während sich die Unternehmen an die veränderte Nachfrage angepasst haben, bleiben die langfristigen Fundamentaldaten unseres Sektors stark. Das Fahrrad ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Mobilitätswende, sondern auch ein strategisch wichtiger Industriezweig.
Eine der wichtigsten Fragen, die sich aus den diesbezüglichen Daten ergeben, ist, wie Europa sicherstellen kann, dass künftiges Marktwachstum auch die eigene Produktionsbasis stärkt. Angesichts der sich stabilisierenden Nachfrage sollte die Aufrechterhaltung eines wettbewerbsfähigen Umfelds, das dieser industriellen Basis Wachstum ermöglicht, eine Priorität der europäischen Politik sein“, erklärte Paul Walsh, CEO von European Cycling Industries.
Der Bericht „Bicycle Industry & Market Profile 2026“ ist ab sofort käuflich erwerbbar. Interessenten wenden sich an Hellen van Mil.
h.van.mil@cyclingindustries.com
(jw)

Mit Simulation
„RadSim“ unterstützt bei kommunaler Planung
Wie wirken sich Veränderungen im Verkehrsnetz auf die Routenwahl aus und darauf, wie sich Verkehrsströme verteilen? Diese Frage soll die Anwendung für Kommunen beantworten, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Radverkehrssimulation zur Verbesserung der kommunalen Radverkehrsplanung (RadSim)“ an der TU Dresden entwickelt wurde.
Mit „RadSim“ sollen Kommunen verschiedene Verkehrsszenarien simulieren und vergleichen können sowie deren Auswirkungen auf den Radverkehr erproben. Somit ließen sich Planungsprozesse fundierter gestalten und Investitionsentscheidungen mit einer Datengrundlage unterfüttern.
Sie können so verschiedene Szenarien simulieren, unkompliziert miteinander vergleichen und deren Auswirkungen auf den Radverkehr virtuell erproben, bevor sie umgesetzt werden. Dadurch lassen sich Planungsprozesse fundierter gestalten und Investitionsentscheidungen auf eine belastbare Datengrundlage stützen.
Das wissenschaftliche Modell des Routenwahlverhaltens wurde an der Professur für Verkehrsökologie aus anonymisierten Bewegungsdaten der Stadtradeln-App entwickelt und bildet die Grundlage der Simulation. Mit der Anwendung sind Aussagen dazu möglich, welche Maßnahmen besonders attraktiv für Radfahrende sind, wie sich Radverkehrsströme innerhalb einer Kommune durch Maßnahmen verlagern, welche Netzabschnitte stärker oder weniger genutzt werden und wie unterschiedliche Planungsvarianten im direkten Vergleich wirken.
Kostenfrei verfügbar
„Mit RadSim stellen wir erstmals ein wissenschaftliches Werkzeug bereit, mit dem sich unterschiedliche Planungsvarianten bereits vor ihrer Umsetzung realitätsnah simulieren lassen. Das schafft eine fundierte Entscheidungsgrundlage und hilft dabei, öffentliche Mittel dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen für den Radverkehr und die Menschen vor Ort haben“, sagt Projektleiter Dr.-Ing. Stefan Huber.
Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans gefördert. Die daraus resultierende Anwendung steht Kommunen, die eine ausreichende Datengrundlage aus der Stadtradeln-App bieten können, kostenfrei zur Verfügung.
(sg)
Business meets Bike Challenge
Aktion bringt Unternehmen aufs Fahrrad und spart CO₂ ein
Zum World Bicycle Day am 3. Juni startete der Dienstrad-leasing-Anbieter BusinessBike die bundesweite „Business meets Bike Challenge“. Die Aktion ist abgeschlossen. Wie viele Fahrradkilometer dabei von Unternehmen und Mitarbeitenden gesammelt wurden.
Am 3. Juli endete die bundesweite „Business meets Bike Challenge“ von BusinessBike. Einen Monat lang waren Unternehmen eingeladen, gemeinsam möglichst viele Fahrradkilometer zu sammeln, für Gesundheit Umwelt und ein starkes Teamgefühl.
Das Ergebnis: 113 Unternehmen haben gemeinsam 116.640 Kilometer auf dem Rad zurückgelegt und dabei 17.945 Kilogramm CO₂ eingespart. Ein Ergebnis, das das gesteckte Ziel deutlich übertroffen hat. Als Berechnungsgrundlage galt: 6,5 geradelte Kilometer entsprechen einer Einsparung eines Kilogramms CO₂. Den aktuellen Kilometerstand des eigenen Teams konnten die Teilnehmenden in Echtzeit mitverfolgen.
BusinessBike Geschäftsführer Stefan Page zieht Bilanz: „Was mich am meisten begeistert, ist nicht allein die beeindruckende Kilometerzahl, sondern das Miteinander dahinter. Über alle Branchen und Unternehmensgrößen hinweg haben Menschen gemeinsam etwas für ihre Gesundheit, für ihren Teamzusammenhalt und für die Umwelt bewegt.“
(jw)
Bilder: ADFC, puky – pd-f, fitreisen, PeopleForBikes, Fahrrad Essen, Diamant, Hase Bikes, Tourismusverband Sächsische Schweiz – Felix Meyer, ECI, TU Dresden,
















