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Was Planer von Paris bis Utrecht lernen können

Der Dokumentarfilm „Cycling Cities“ nimmt uns mit auf eine inspirierende Reise durch Europas Mobilitäts-Hotspots und zeigt, dass die Verkehrswende kein technisches, sondern vor allem ein politisches Projekt ist.

(erschienen in VELOPLAN, Nr. 01/2026, März 2026)


Ingwar Perowanowitsch liefert mit seiner Dokumentation ein fundiertes Plädoyer für die Transformation des urbanen Raums. Für Stadtplanerinnen und Verkehrsentscheiderinnen bietet der Film weit mehr als nur Reiseimpressionen; er analysiert die Erfolgsfaktoren hinter Metropolen wie Paris, Gent oder Utrecht. Besonders deutlich wird: Eine erfolgreiche Radverkehrsplanung erfordert den Mut zur radikalen Flächenumverteilung.
In Paris zeigt sich eindrucksvoll, wie entschlossener politischer Wille den Modal Split innerhalb einer Dekade zugunsten des Umweltverbunds verschieben kann. Gent demonstriert durch intelligente Sektorenpläne, wie der motorisierte Durchgangsverkehr eliminiert wird, um die Aufenthaltsqualität massiv zu steigern, ohne die Erreichbarkeit zu opfern.
Die zentrale These des Films: Das Fahrrad ist kein Selbstzweck, sondern das effizienteste Werkzeug für die Realisierung der „10-Minuten-Stadt“ und eine gesundheitsfördernde Stadtentwicklung. Der Film ordnet die Debatte zudem historisch ein: Am Beispiel Amsterdams wird klar, dass moderne Infrastruktur oft das Resultat zivilgesellschaftlicher Impulse ist. Für die deutsche Praxis liefert der Beitrag eine entscheidende Erkenntnis: Während hierzulande oft über den Wegfall von Parkraum gestritten wird, beweisen die Best-Practice-Beispiele, dass mutige Mobilitätspolitik messbare Lebensqualität schafft und damit sogar Wahlen gewonnen werden. Ein Pflichttermin für alle, die Mobilität als aktives Gestaltungselement der Stadtplanung begreifen.

In seinem Dokumentarfilm sucht Ingwar Perowanowitsch das Gespräch mit den Gestalter*innen für den Radverkehr in verschiedenen Städten, in Hamburg beispielsweise mit dem Verkehrssenator Anjes Tjarks.

Film ansehen:
https://youtu.be/R5jQc1jXLAU


Bilder: Ingwar Perowanowitsch