VELOPLAN Titel 03-2021

VELOPLAN Editorial Nr. 3/2021 – Schwerpunkt Plan Build-Ride von Reiner Kolberg, Chefredakteur

Reiner Kolberg - Chefredakteur VELOPLAN

Mehr positive Bilder!

Gerade in den aktuellen Zeiten mit Überflutungen, Hitzeglocken und Waldbränden scheint so eine Forderung falsch platziert, oder? Fachleute sprechen sich aber genau dafür aus. Im Rahmen einer Konferenz anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie betonten Expert*innen immer wieder die Dringlichkeit der Transformationsprozesse und die damit verbundene Notwendigkeit, das Tempo deutlich zu beschleunigen.
Aber wie überzeugt man die Menschen?
Was wäre, wenn wir nicht ständig Debatten über angeblichen „Verzicht“, „immer neue Verbote“ oder „unvorhersehbare Katastrophen“ führen, sondern auf positive Perspektiven schauen würden? „Es geht nicht nur darum, Menschen mitzunehmen, sondern eher zu verführen und zu überzeugen, dass es sowohl Lebensqualität und Arbeitsplätze gibt, für alle“, so die Aachener Professorin für Städteplanung und Urbanistik, Christa Reicher. Wäre es nicht zum Beispiel ein Gewinn, wenn wir nicht mehr auf das eigene Auto angewiesen wären, sondern eine Vielzahl umweltfreundlicher attraktiver Alternativen zur Verfügung hätten? Wenn wir die Energie verbrauchen würden, die da ist, zum Beispiel in Form von Sonne, Wind und Hüftgold? Dafür braucht es keine Visionen und Utopien und in vielen Bereichen auch keine völlig neuen Technologien. Überall in Europa und auf der Welt gibt es dafür Strategien, und (Vor-) Bilder und (Geschäfts-)Modelle.
Die Industriestadt Rotterdam erfindet sich mit dem Ziel, klimaresilient und lebensfreundlicher zu werden, praktisch neu und spricht dabei auch wenig fahrradaffine Milieus an (Porträt S.14). Verkehrsplaner Nils Weiland schlägt temporäre Lösungen vor und sagt, 80 Prozent der Verkehrswende sei Kommunikation (Interview S. 26, Reportagen S. 32 und S. 38). Über Tools und vorbildhafte Mobilitätsinitiativen für ländliche Regionen berichten wir auf Seite 44. Was fehlt noch? Finanzmittel umzuschichten und mehr Mikromobilität helfen sicher auch (S. 54 und S. 58).

Ich freue mich auf positive Bilder – in dieser und den kommenden Ausgaben.

Ihr Reiner Kolberg – rk@veloplan.de

Wir freuen uns auf Ihr Feedback. Auch Gastbeiträge sind nach Absprache wieder gerne willkommen. Die nächste Ausgabe erscheint Mitte Dezember. Schwerpunkt: „Lösungen“

Das VELOPLAN Fachmagazin für Radverkehr und Mikromobilität adressiert folgende Leserzielgruppen:

  • Mitarbeiter in der kommunalen (Rad-)Verkehrsplanung
  • politische Entscheider in Bund, Länder und Kommunen
  • Radverkehrsbeauftragte in Betrieben und
  • Wohnungsbaugesellschaften
  • Anbieter von Infrastrukturlösungen rund um den Radverkehr
  • Dienstleister für urbane Logistik
  • Anbieter von Sharing-Systemen
  • NGOs und NPOs zu Radverkehr und Nachhaltigkeit
  • Verkehrsbetriebe
  • Agenturen, Berater, Architekten, Ingenieur- und Planungsbüros
  • Fahrradhersteller

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