Titel VELOPLAN 04-2020 - Zukunft

VELOPLAN Editorial Nr. 4/2020 – Schwerpunkt Zukunft von Reiner Kolberg, Chefredakteur

Reiner Kolberg - Chefredakteur VELOPLAN

Nichts bleibt, wie es war

Als Kölner ist mir diese stoische volkstümliche Erkenntnis, verbunden mit dem Aufforderungscharakter, offen zu sein für Neues und Altem nicht nachzutrauern, ja sehr vertraut und nah. Wenn man sich auf dieser Basis anhört, was Expert*innen zur Zukunft zu sagen haben, und auf Zahlen und Ereignisse schaut, kommt man recht schnell zu dem Ergebnis, dass der Versuch des Festhaltens an den hierzulande eher sorglosen Zuständen der vergangenen Jahrzehnte wohl ein ausgesprochen fragwürdiges Unterfangen ist. Ein Wandel scheint nicht nur unumgänglich, sondern auch längst überfällig. Dabei geht es um deutlich mehr als gesellschaftliche Grabenkämpfe zwischen Alt und Jung, Auto- und Radfahrern oder die aktuell vielfach gestellte Frage, wie wir künftig leben wollen. Denn so richtig haben wir die Zukunft mit Blick auf die Klimakrise, deren unterschätzte Dynamik und Auswirkungen wir auch hier in Europa inzwischen deutlich spüren, wohl gar nicht mehr in der Hand. Längst nicht mehr nur grüne Politiker und Verbände, sondern auch viele renommierte Wirtschaftsexperten, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und seit Kurzem auch die EU, fordern deshalb entschlossene Maßnahmen und große Anstrengungen bei der Dekarbonisierung. Im neuen „EU Green Deal“ ist von umweltfreundlicheren, kostengünstigeren und gesünderen Formen des privaten und öffentlichen Verkehrs die Rede und der DIW fordert einen zügigen Umbau der gesamten Mobilität. Was sollten wir also im Großen, was im Kleinen tun? Von welchen Zeitfenstern und welchen Budgets sprechen wir? Und wie gelingt es, die Menschen dabei nicht nur, wie vielfach beschworen, mitzunehmen, sondern sie in diesen wohl umfassenden Transformationsprozess aktiv einzubinden?
Für den großen Bogen haben wir zwei ausgewiesene Experten gewinnen können: Prof. Dr. Stephan Rammler, Zukunfts- und Mobilitätsforscher vom IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (S. 20), und Dr. Uwe Schneidewind, Experte für Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit, ehemaliger Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und frisch gewählter Oberbürgermeister von Wuppertal (S. 46). Was Best-Practice-Beispiele angeht, fällt unser Blick – wieder einmal – vor allem auf das europäische Ausland. Mit „Superinseln“ in Barcelona (S. 10), „coolen Straßen“ in Wien (S. 52) und Mikromobilität für die nachhaltige Tempo-30-Stadt (S. 30 und S. 38).
Deutschland muss künftig wohl noch viel mehr ein Innovationsmotor für die Mobilität der Zukunft werden und Kommunikation bleibt hier ein wichtiger Schlüssel. Seit einem Jahr sind wir jetzt auf dem Markt und freuen uns sehr, dass wir in diesem Zukunftsbereich, der sich so dynamisch entwickelt, mit zu den Vorreitern gehören.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback. Empfehlen Sie uns gerne weiter und bleiben Sie gesund und optimistisch.
Ihr Reiner Kolberg – rk@veloplan.de

PS: Damit VELOPLAN nicht nur ein informatives, sondern für Sie und Ihre Arbeit auch nutzenbringendes Magazin ist freuen wir uns über Rückmeldungen. Redaktionelle Hinweise und Ideen sind dabei ebenso willkommen wie Kritik.

Inhalt VELOPLAN 04-2020

VELOPLAN adressiert als Fachmagazin folgende Leserzielgruppen:

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  • politische Entscheider in Bund, Länder und Kommunen
  • Radverkehrsbeauftragte in Betrieben und
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