VELOPLAN 3/2026 – Editorial
Schwerpunkt: Räume
Der Elefant im Raum
Was zeichnet eigentlich eine „Fahrradstadt“ aus? Der besondere Flair, der sich in Utrecht, Kopenhagen, Paris oder auch Münster fühlen lässt, entsteht meiner Ansicht nach nicht nur dadurch, dass man als Fahrrad fahrender Mensch mit diesem Verkehrsmittel gut von A nach B kommt. Wenn der Radverkehr an einem Ort bedeutsamer ist, verändert das einen (urbanen) Raum viel tiefgreifender, als sich auf den ersten Blick erkennen lässt. Um diese positiven Auswirkungen dreht sich diese Ausgabe von Veloplan.
Besonders schön zeigen die diversen Antworten in unserer Umfrage ab Seite 26, welche Facetten des öffentlichen Raums sich zum Besseren wandeln, wenn Fahrräder, E-Bikes priorisiert werden. Selbst als Mensch, der sich beruflich oder ehrenamtlich mit dem Thema Radverkehr befasst, gelingt es nicht unbedingt, all die dort aufgeführten Effekte auf einmal im Blick zu behalten. Manche Aspekte sind naheliegend, andere eher überraschend.
In dieser Veloplan-Ausgabe setzen wir uns bewusst vor allem mit diesen Positivseiten von Fahrrädern statt den Nachteilen von Autos auseinander. Das liegt sicher auch daran, dass ich persönlich konstruktive Berichterstattung und versöhnliche Kommunikation wichtig finde. Dennoch gibt es Momente, wo man die negativen Einflüsse, die Autoverkehr auf die Allgemeinheit hat, klar benennen muss. Eine dazu passende Erkenntnis begleitet mich seit einer Radverkehrskonferenz vor ein paar Jahren: Nicht Städte sind laut, sondern Autos. Genau so ließe sich argumentieren, dass nicht städtischer Verkehr Stress, Emissionen und Platzverschwendung verursacht, sondern Autoverkehr.
Autos sind der Elefant im öffentlichen Raum, den zwar jeder Mensch wahrnehmen kann, über den aber dennoch zu selten gesprochen wird. Dass das Fahrrad so einen merklich positiven Einfluss hat, wo es viel genutzt wird, liegt vor allem am Vergleich dazu, wie negativ Autos unsere Städte in Jahrzehnten Kfz-gerechter Stadtplanung geprägt haben. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Ausgabe von Veloplan dabei helfen können, die Wirkung von Auto und Fahrrad auf den Raum noch differenzierter zu erkennen und angemessen in Bezug zueinander zu setzen. Viel Vergnügen beim Lesen!
Ihr Sebastian Gengenbach – sg@fwv.de
Das VELOPLAN Fachmagazin für Radverkehr und Mikromobilität adressiert folgende Leserzielgruppen:
- Mitarbeiter in der kommunalen (Rad-)Verkehrsplanung
- politische Entscheider in Bund, Länder und Kommunen
- Radverkehrsbeauftragte in Betrieben und
- Wohnungsbaugesellschaften
- Anbieter von Infrastrukturlösungen rund um den Radverkehr
- Dienstleister für urbane Logistik
- Anbieter von Sharing-Systemen
- NGOs und NPOs zu Radverkehr und Nachhaltigkeit
- Verkehrsbetriebe
- Agenturen, Berater, Architekten, Ingenieur- und Planungsbüros
- Fahrradhersteller




