Für den Dienstrad-Pionier ist dies ein weiterer Meilenstein: Seit Unternehmensgründung wurden 2 Millionen Job-Räder auf die Straße gebracht. In welchen Bundesländern besonders viele Job-Räder unterwegs sind.

(erschienen in VELOPLAN, Nr. 01/2026, März 2026)


Mit einem Marktanteil von 45 Prozent ist JobRad nach eigenen Angaben mit Abstand Marktführer in Deutschland. Im Januar 2023 hatte das Freiburger Unternehmen die Schwelle der eine Million verleasten Diensträder überschritten, im vergangenen Monat hat die zweimillionste Kundin ihr E-Bike über JobRad erhalten. Für die Freiburger ein Grund zur Freude.
CEO Florian Baur sagt dazu: „JobRad hat einen einzigartigen Weg hinter sich: Heute sind zwei Millionen Menschen mit einem JobRad unterwegs, davon zuletzt rund 80 Prozent auf E-Bikes. Ich bin sicher, ohne JobRad wäre das E-Bike in Deutschland heute nicht annähernd so etabliert. Unsere Ausstrahlung und unser Angebot machen uns zu einem zentralen Stabilitätsfaktor in der Fahrradbranche. Wir bringen hochwertige Fahrräder auf die Straße, investieren jährlich zweistellige Millionenbeträge in die Branche und arbeiten eng mit den 7200 Fachhändlerinnen und Fachhändlern in Deutschland zusammen“.
Interessant: Allein in Baden-Württemberg hat das Freiburger Unternehmen bislang 500.000 Menschen aufs Rad gebracht, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 450.000 und Bayern mit 300.000.
Der Meilenstein für JobRad wurde mit einer Gewinnaktion gepaart, an der sich 1350 Menschen beteiligten, indem sie im Aktionszeitraum vom 20. Oktober bis 30. November ein JobRad bestellten. Neben zahlreichen Sachpreisen winkte als Hauptgewinn ein Barpreis über 10.000 Euro.


Bild: JobRad

Welche Funktion übernehmen Sharing-E-Bikes & Co. in Deutschland? Eine aktuelle Studie unter Nutzer*innen dieser Fahrzeuge in Deutschland zeigt insbesondere eine enge Verknüpfung mit Bus und Bahn auf.

(erschienen in VELOPLAN, Nr. 01/2026, März 2026)


Die Ergebnisse der Voi Global User Survey, für die knapp 12.000 Menschen in zwölf Ländern befragt worden sind, wurden Ende vergangenen Jahres veröffentlicht.
Ein zentraler Punkt der Studie: Während global bereits jede zweite Person angibt, ihre Fahrten regelmäßig mit dem ÖPNV zu kombinieren, liegt dieser Anteil in Deutschland bei rund 60 Prozent. In Städten mit ausgeprägtem Nahverkehr ist das Zusammenspiel noch deutlicher – etwa in Berlin, Hamburg und München (jeweils um die 65 Prozent).
Diese Einschätzung deckt sich mit operativen Daten: Rund jede zweite E-Scooter- und E-Bike-Fahrt startet oder endet an einer ÖPNV-Haltestelle. Auch die Nutzungshäufigkeit unterstreicht die zunehmende Alltagstauglichkeit geteilter Mikromobilität: Rund die Hälfte der Befragten nutzt Voi mindestens einmal wöchentlich. In Deutschland liegt der Anteil leicht darüber. Die Studie zeigt eine klare demografische Entwicklung: Der Anteil der Nutzenden ab 45 Jahren hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt, die Gruppe 55+ wächst am stärksten. Parallel dazu berichten 4 von 10 Befragten, dank geteilter Mikromobilität seltener ein Auto zu nutzen – bei der Jahrgangsgruppe 45+ liegt der Wert bei rund 5 von 10.
„Dass sich die Nutzerbasis verbreitert, hängt auch mit der Weiterentwicklung der Fahrzeuge zusammen: E-Scooter und E-Bikes sind heute stabiler, komfortabler und stärker auf den Alltagsgebrauch ausgelegt als in den Anfangsjahren“, erklärt Gustaf Soldan, Chief Product Officer bei Voi Technology.


Bild: Voi Technology

Die Mehrheit der Bundesbürger*innen ist unzufrieden damit, wie der Verkehrsraum in ihrer Kommune gestaltet ist. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die zudem wichtige Maßnahmen aus Sicht der Bevölkerung identifiziert.

(erschienen in VELOPLAN, Nr. 01/2026, März 2026)


Beauftragt wurde die von Civey durchgeführte Studie vom TÜV-Verband. Die Antworten von 2500 Personen ab 18 Jahren ergaben, dass 64 Prozent unzufrieden mit der Gestaltung des Verkehrsraumes sind. 34 Prozent sind dabei „eher unzufrieden“ und 30 Prozent „gar nicht zufrieden“. Umgekehrt sind 29 Prozent „eher zufrieden“ und nur 7 Prozent „sehr zufrieden“.
„Wenn Busse und Bahnen unpünktlich kommen, Radwege im Nirgendwo enden und Straßen voller Schlaglöcher sind, überrascht es nicht, dass viele Menschen mit der Infrastruktur vor Ort unzufrieden sind“, sagt Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband. „Ob in der Großstadt oder auf dem Land, die Erwartungen an sichere und funktionierende Verkehrswege sind hoch – und vielerorts wird dieser Anspruch nicht erfüllt.“
Die Unzufriedenheit ist in Metropolräumen mit „sehr hoher“ Bevölkerungsdichte am größten. Sie zieht sich jedoch durch alle Regionen. In Städten mit mehr als 5000 Einwohnern pro Quadratkilometer liegt sie bei 77 Prozent. „Großstädte sind die Laborräume der Verkehrswende“, sagt Goebelt. „Umbauten, neue Verkehrsführungen und Baustellen sind allgegenwärtig. Und weil die Belastungen sofort wirken, die Verbesserungen aber erst später, entsteht bei vielen der Eindruck, dass ständig gebaut wird, aber nichts besser wird.“ Auch in „dicht“ besiedelten Regionen mit 1000 bis 5000 Einwohnern je km² sind es 69 Prozent, in „mittel“ besiedelten Gebieten (300–1000 Einw./km²) 62 Prozent. In Gebieten mit „niedriger“ Bevölkerungsdichte von 150 bis unter 300 Einwohnern pro Quadratkilometer liegt die Unzufriedenheit „nur“ bei 59 Prozent, in sehr dünn besiedelten Regionen (weniger als 150 Einw./km2) bei 60 Prozent.

Klare Prioritäten

Laut der Umfrage setzt die Bevölkerung klare Prioritäten, wenn es um eine sichere und stressfreie Mobilität geht. Als wichtigste Maßnahme sehen 42 Prozent der Befragten, Straßen und Wege zu sanieren und zu erhalten. Wichtig ist für 34 Prozent außerdem, einen verlässlichen öffentlichen Nahverkehr auszubauen. 30 Prozent priorisieren den Ausbau von Parkmöglichkeiten und 27 Prozent optimierte Ampelsteuerungen für flüssigeren Verkehr. Eine bessere Anbindung ländlicher Räume steht für 25 Prozent der Befragten und der Ausbau der Radinfrastruktur für 21 Prozent weit oben auf der Agenda. „In vielen Kommunen fehlt es an Investitionsmitteln und Planungskapazitäten für eine moderne Verkehrsinfrastruktur“, sagt Goebelt. „Der Verkehrsraum sollte so gestaltet werden, dass die Bedürfnisse unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer von Fußgängern über Autofahrer und Radfahrern bis zum Lieferverkehr berücksichtigt werden.“


Bild: pdf.de – Arne Bischoff

25.000 Menschen aus ganz Europa befragte Shimano für eine aktuelle Studie zu Fahrradmarkt und -nutzung. Dabei hebt sie bemerkenswerte Einsichten. Der Mangel an Werkstattkapazitäten behindert die Fahrradnutzung ebenso wie unsichere Verkehrswege.

(erschienen in VELOPLAN, Nr. 01/2026, März 2026)


Der im Februar 2026 veröffentlichte „State of the Nation Report“ von Shimano, für den 25.000 Menschen in Europa befragt wurden, offenbart eine Diskrepanz zwischen der hohen Verbreitung von Fahrrädern und den strukturellen Hürden ihrer Nutzung. Während Deutschland mit einer aktuellen Besitzquote von 74,1 Prozent weiterhin eine Hochburg des Fahrradfahrens bleibt, identifiziert die Studie kritische Engpässe in der Service-Infrastruktur und eine stagnierende Sicherheitswahrnehmung, die das zukünftige Wachstum gefährden könnten.

Wartungsprobleme schränken ein

Ein besonders alarmierendes Ergebnis der Studie ist die direkte Korrelation zwischen Wartungsproblemen und sinkender Fahrradnutzung: Europaweit fahren 121 Millionen Menschen weniger Rad, weil der Zugang zu Reparaturen erschwert ist. Für Deutschland zeigt die Analyse eine spezifische „Kapazitätskrise“, die sich vom Rest des Kontinents unterscheidet. Während Südeuropa eher mit einem Mangel an Geschäften kämpft, leiden deutsche Radfahrer unter der mangelnden Verfügbarkeit bestehender Services. Konkret nennen 33,1 Prozent der Betroffenen lange Wartezeiten als Hauptgrund für Probleme – der höchste Wert in ganz Europa. Diese Hürden haben reale Folgen für das Mobilitätsverhalten, da europaweit 16,4 Prozent der Menschen mit Wartungsproblemen das Radfahren komplett eingestellt haben. Andere versuchen, Reparaturen selbst durchzuführen oder das Verkehrsmittel zu wechseln.

Sicherheitsbedenken nehmen zu

Auch die subjektive Sicherheit, insbesondere für Kinder, entwickelt sich nicht positiv. In Deutschland herrscht besonders deutliche Skepsis, denn 65 Prozent der Befragten stimmen nicht zu, dass der Straßenverkehr für Kinder in den letzten zwölf Monaten sicherer geworden ist. Mit einer Netto-Differenz von -1,61 Prozent bei der wahrgenommenen Sicherheitsverbesserung liegt Deutschland damit hinter Nachbarländern wie Polen und Frankreich zurück. Selbst Fahrradvorbilder wie die Niederlande verzeichnen negative Werte, was im Bericht unter anderem auf die Zunahme von „Fatbikes“ auf Radwegen zurückgeführt wird. Bei den Lösungsansätzen zeigt sich zudem ein Generationengraben: Jüngere Menschen fordern finanzielle Unterstützung für Ausrüstung, während Ältere auf Aufklärungskampagnen setzen, wobei Einigkeit darüber besteht, dass eine kinderfreundliche Infrastruktur absolute Priorität haben muss.
Die Bewertung der Infrastrukturverbesserungen folgt einem für reife Märkte typischen Muster: Hohe Standards führen zu steigenden Erwartungen, wodurch Verbesserungen weniger stark wahrgenommen werden. Deutschland rangiert hier wieder im unteren Feld, da nur 41 Prozent der Befragten angeben, dass sich die Radinfrastruktur in ihrer Region zuletzt verbessert hat. Innerhalb dieser Wahrnehmung stellt der Bericht zudem einen Gendergap fest, da Frauen die Verbesserungen der Infrastruktur um 8 Prozentpunkte häufiger positiv bewerten als Männer.
Abschließend betont Ties van Dijk von Shimano Europe, dass es mehr als physische Infrastruktur für die Mobilitätswende braucht. Wenn Wartung kompliziert bleibt und die Sicherheit für die nächste Generation nicht gewährleistet ist, droht die Beteiligung am Radverkehr zu sinken.


Bild: Shimano Europe

Vor rund einem Jahr konnte der Lastenrad- und Tandemspezialist Pedalpower ein bereits eingeleitetes Insolvenzverfahren in Eigenregie noch stoppen. Die damals geäußerten Hoffnungen scheinen sich nicht erfüllt zu haben.

(erschienen in VELOPLAN, Nr. 01/2026, März 2026)


Ein Blick zurück in den Januar 2025: Da machte die Meldung über den Antrag eines vorläufigen Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Pedalpower GmbH die Runde. Nur wenige Wochen später kam dann die Entwarnung: Der Antrag konnte zurückgenommen werden, meldete der Berliner Hersteller. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, die Herausforderungen zu meistern, nicht zuletzt auch aufgrund einer guten Ausgangslage.
Ein Jahr später sieht es so aus, als ob es für Pedalpower nicht gereicht hat. Noch vor dem Jahreswechsel hat das Amtsgericht Charlottenburg die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Prof. Dr. Torsten Martini aus Berlin bestellt. Ziel einer solchen Maßnahme ist es üblicherweise, dass sich der vorläufige Insolvenzverwalter ein vollständiges Bild der wirtschaftlichen Lage macht. Das ist offenbar mittlerweile passiert. Denn: Mitte Februar jetzt das Insolvenzverfahren über die Pedalpower GmbH eröffnet, als Insolvenzverwalter fungiert Martini.


Bild: Pedalpower

Der norwegische Tracking-Technologie-Anbieter BikeFinder hat seinen „Bike Theft Report 2025“ veröffentlicht. Der Bericht kombiniert interne Daten von Kund*innen aus 45 Ländern mit öffentlich zugänglichen Statistiken. Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer sich wandelnden Kriminalitätsform, die zunehmend professioneller agiert und sich auf hochwertige E-Bikes spezialisiert.

(erschienen in VELOPLAN, Nr. 01/2026, März 2026)


Trotz technologischer Fortschritte bleibt Fahrraddiebstahl eines der häufigsten Eigentumsdelikte in Europa. Laut der European Cyclists‘ Federation (ECF) werden in der EU jährlich rund 1,3 Millionen Fahrräder als gestohlen gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte aufgrund fehlender Anzeigen deutlich höher liegen.

Regionale Schwerpunkte und Trends

Der Bericht hebt hervor, dass Vergleiche zwischen Ländern aufgrund unterschiedlicher Erfassungsmethoden schwierig sind. Dennoch zeigen die Daten klare Schwerpunkte:

Niederlande: Hier werden jährlich ca. 500.000 Fahrräder gestohlen.

Deutschland: Es werden rund 260.000 Fälle pro Jahr registriert.

Großbritannien: Im letzten Quartal 2025 verzeichnete BikeFinder hier relativ zur Kund*innenbasis die höchste Diebstahlrate.

Ein statistisch besonders relevanter Aspekt des Berichts ist der massive Unterschied bei den Wiederbeschaffungsquoten: Die polizeiliche Aufklärungsquote liegt europaweit bei lediglich 5 bis 10 Prozent, wenn kein GPS-Tracker verbaut ist.
Bei Fahrrädern, die mit einem aktiven BikeFinder-Tracker ausgestattet waren, wurden 80 Prozent der gestohlenen Räder wiedergefunden, heißt es im Bericht. In Großbritannien lag diese Quote im vierten Quartal 2025 sogar bei 91 Prozent. Dieser Punkt alleine dürfte wohl die beste Werbung für die Nutzung von GPS-Trackern sein.
70 Prozent der getrackten Rückführungen erfolgen innerhalb von fünf Tagen, im Durchschnitt sogar bereits am Folgetag.
Interessant ist zudem die Entwicklung innerhalb der BikeFinder-Community selbst: Die Diebstahlrate unter den eigenen Kunden stieg von 2024 auf 2025 um 8 Prozent an, was auf die zunehmende Attraktivität hochwertiger Räder für Diebe hindeutet.

Erkenntnisse und Empfehlungen

Der Diebstahl von Fahrrädern hat sich von einfachen „Joyride“-Diebstählen (Gelegenheitsdiebstahl zur kurzfristigen Nutzung) hin zu organisierter Kriminalität gewandelt. Professionelle Banden nutzen oft „Einkaufslisten“ für spezifische Modelle. Die Logistik ist dabei straff organisiert:
Viele Räder werden innerhalb der ersten Stunde per Transporter weggebracht. Diebesgut wird oft 1 bis 5 Tage professionell verpackt und gelagert („Cooling-off“-Phase). Der Abtransport erfolgt häufig über den Straßen- oder Schienenverkehr in osteuropäische Länder, wo die Räder als Ganzes oder in Einzelteilen verkauft werden.
Obwohl Diebstähle das ganze Jahr über stattfinden, zeigt sich ein klares saisonales Muster. Die Hochsaison liegt beständig zwischen Mai und September. 40 Prozent aller Diebstähle finden im Sommer statt, 15 Prozent aller Diebstähle im Winter (der Februar ist der Monat mit den wenigsten Delikten).

Der gefährlichste Ort: das eigene Zuhause

Eine der überraschendsten Erkenntnisse des Reports ist der Tatort. Entgegen der Annahme, dass Bahnhöfe oder öffentliche Plätze am unsichersten sind, finden 70 Prozent der gemeldeten Diebstähle am Wohnort des Besitzers statt. Diebe nutzen die Vorhersehbarkeit: Sie wissen, wo hochwertige Räder nachts stehen, und nutzen Sicherheitslücken in Gemeinschaftskellern, Garagen oder Schuppen aus, die oft nur durch einfache Vorhängeschlösser oder Holztüren gesichert sind.

Der Bericht schließt mit konkreten Handlungsempfehlungen:

Keine falsche Sicherheit: Auch in privaten Kellern oder Garagen muss das Rad an einem festen Objekt (Wand- oder Bodenanker) angeschlossen werden.

Sichtprüfung: „Cooling-off“-Taktik erkennen. Diebe stellen Räder manchmal für 24 Stunden an öffentlichen Plätzen ab, um zu prüfen, ob ein Tracker reagiert.

Technologische Aufrüstung: Die Kombination aus hochwertigen Schlössern (am besten zwei verschiedene) und einem GPS-Tracker wird als effektivster Schutz empfohlen.

Was die Daten implizieren

Das Versagen der architektonischen Sicherheit
Dass 70 Prozent der Diebstähle zu Hause passieren, ist ein Indikator für ein strukturelles Problem im Wohnungsbau und der Hausverwaltung. Der klassische Fahrradkeller oder die private Garage bieten eine trügerische Sicherheit. Das impliziert, dass umgedacht werden muss: Ein abschließbarer Raum reicht nicht mehr aus, Bodenanker oder Videoüberwachung in Fahrradräumen könnten zukünftig zum Standard für Versicherungsschutz werden.

Hochwertige Bikes als Treiber der Kriminalitätsstatistik
Die im Bericht genannte Steigerung der Diebstahlrate um 8 Prozent korreliert mit der Marktdurchdringung von hochwertigen Fahrzeugen. Da BikeFinder-Kund*innen tendenziell teurere Räder besitzen, spiegelt der Report vor allem den Markt für Premium-Räder wider. Der Fahrraddiebstahl wird zunehmend ein Delikt mit hoher Gewinnmarge, ähnlich dem Kfz-Diebstahl, und koppelt sich von der Kleinkriminalität ab.

Das Wettrüsten: Diebe passen sich an
Ein durchaus beunruhigendes Detail im Report ist die Erwähnung, dass Diebe gestohlene Räder oft 24 Stunden an öffentlichen Orten stehen lassen, um zu sehen, ob ein Tracker aktiv wird. Dies zeigt, dass Kriminelle die Technologie der Tracker-Anbieter bereits in ihre Prozesse einpreisen. Es läuft ein technologisches Wettrüsten. Ein Tracker allein ist kein Allheilmittel, sondern muss so verbaut sein, dass er nicht sofort entdeckt oder entfernt werden kann. Die schnelle Reaktionszeit (oft Wiederbeschaffung am nächsten Tag) ist daher nicht nur Komfort, sondern notwendig, bevor das Rad ins Ausland verschwindet oder der Tracker gefunden wird.

Die wirtschaftliche Dimension der Wiederbeschaffung
Wenn 49 Prozent der Bestohlenen über einen Monat Zeit brauchen, bis sie für Ersatz sorgen und 11 Prozent gar kein neues Rad kaufen, entsteht ein erheblicher Schaden, der über den reinen Warenwert des gestohlenen Rades hinausgeht. Der Verlust von Kundinnen, die aus Frust das Radfahren aufgeben („Modal Shift“ zurück zum Auto oder ÖPNV), ist ein Aspekt, der für die Verkehrswende in Städten relevant ist. Die Daten beruhen auf dem BikeFinder Theft Report 2025 von Bikefinder.com. Alle Prozentangaben beziehen sich auf die im Report genannte Datenbasis (Kundinnen von Bike-Finder sowie aggregierte externe Quellen).


Bild: Bikefinder.com

Die Fachkonferenz für die Mobilitätswende am Bahnhof

Wie gelingt der nahtlose Übergang vom Rad in die Bahn? Am 19. und 20. Mai 2026 lädt die Infostelle Fahrradparken des Bundesamtes für Logistik und Mobilität 
zur Fachkonferenz „Anschluss erreichen“ nach Berlin ein. Im Fokus steht die Gestaltung attraktiver Anschlussmobilität an deutschen Bahnhöfen – von sicheren Parksystemen bis zur Integration von Mikromobilität.
Bahnhöfe sind die entscheidenden Schnittstellen, an denen sich die Attraktivität des umweltfreundlichen Verbunds aus Schiene, Fahrrad und Fußweg entscheidet. Während die Nachfrage nach kombinierten Mobilitätsformen wächst, stehen Kommunen vor der Herausforderung, die notwendige Infrastruktur flächeneffizient und nutzerfreundlich umzusetzen. Die zweitägige Konferenz „Anschluss erreichen“ widmet sich in den Design Offices Berlin Humboldthafen, direkt am Hauptbahnhof, genau diesen Praxisfragen.
Die Veranstaltung bietet eine Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung zwischen Kommunen, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. In Panels, Fachforen und Workshops diskutieren Expertinnen über kommunale Mobilitätsplanung, bauliche Gestaltung von Abstellanlagen sowie aktuelle Förderprogramme und den effizienten Betrieb der Infrastruktur. Ziel ist es, die Perspektiven von Bund, Ländern und Kommunen zusammenzuführen, um Bike+Ride-Strategien bundesweit zu stärken. Ein Schwerpunkt liegt auf dem direkten Praxisbezug. Exkursionen zu Bahnhofsvorplätzen und Fahrradparkhäusern in Berlin und Brandenburg bieten Einblicke in realisierte Lösungen und aktuelle Planungsherausforderungen. Ein besonderes Highlight ist zudem die Präsentation der Gewinner-Ideen aus dem vorgelagerten Hackathon. Hier wurden neue Konzepte für die „erste und letzte Meile“ entwickelt, die nun dem Fachpublikum vorgestellt werden. Hochkarätige Speakerinnen, darunter Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sowie weitere Expertinnen aus Verwaltung und Praxis, unterstreichen die Relevanz des Themas für die nationale Mobilitätswende. Die Konferenz versteht sich als Impulsgeber für eine nachhaltige Stadtplanung, die an jedem Bahnhof attraktive Anschlüsse für Radfahrende, E-Scooter-Nutzende und Fußgän-gerinnen schafft.


Infos & Anmeldung:
www.radparken.info/veranstaltung/konferenz-2026/


Neue Horizonte beim Mountainbike-Kongress

Vom 16. bis 18. Juni 2026 wird Aalen in Baden-Württemberg zum Zentrum der deutschsprachigen Mountainbike- und Gravel-Szene. Unter dem Motto „NEUE HORIZONTE“ lädt das Mountainbike Forum Deutschland Fachleute aus Tourismus, Verwaltung und Industrie ein, um die Zukunft des naturnahen Radfahrens zu gestalten.
Mountainbiking hat sich längst von der Nischensportart zum bedeutenden Faktor für Regionalentwicklung und Tourismus gewandelt. Doch mit dem Wachstum steigen auch die Anforderungen an Infrastruktur, Genehmigungsprozesse und nachhaltiges Management. Der 9. Deutsche Mountainbike-Kongress greift diese Entwicklungen auf und bietet im KulturBahnhof (KUBAA) Aalen eine Plattform für den interdisziplinären Austausch.
Das Programm 2026 rückt zentrale Zukunftsfragen in den Mittelpunkt: Wie lassen sich hochwertige Bike-Angebote trotz knapper Ressourcen sichern? Welche Rolle spielen Daten bei der Trendanalyse der nächsten fünf bis zehn Jahre? Und wie kann der Bürokratieabbau bei Genehmigungsprozessen für Trails konkret aussehen? In Fachvorträgen, Podiumsdiskussionen und praxisnahen Workshops erarbeiten Teilnehmer*innen aus Kommunen, Politik und Forstwirtschaft gemeinsam Lösungen für eine klimasichere und inklusive Angebotsgestaltung.
Ein Markenzeichen des Kongresses ist die Verknüpfung von Theorie und Praxis. Bereits am ersten Tag (16. Juni) startet die Veranstaltung mit einer E-MTB-Fachexkursion. Geführte Touren zu lokalen Best-Practice-Beispielen rund um Aalen ermöglichen es, Konzepte direkt im Gelände zu begutachten. Der anschließende Netzwerkabend „#TEAM-UP!“ bietet Raum, um Kontakte in informeller Atmosphäre zu vertiefen.
Das Herzstück bilden die beiden folgenden Kongresstage mit intensiven Inputs und Arbeitsformaten. Ein besonderes Highlight ist der MTB-Sommerabend am Mittwoch, der neben kulinarischen Spezialitäten der Ostalb und Live-Musik auch weitere Ausfahrten bietet, um die naturnahen Bike-Angebote der Region persönlich zu erleben.
Veranstaltet vom Mountainbike Forum Deutschland e.V., versteht sich der Kongress als wichtigster Wissensspeicher für die Branche. Die Dokumentation der Ergebnisse soll den Teilnehmenden helfen, langfristige Strategien für ihre eigene Region abzuleiten. Mit der Wahl des Standorts Aalen kehrt die Veranstaltung zudem in eine Region zurück, die als Vorreiter für innovative Bike-Infrastruktur gilt.

Infos & Anmeldung:
www.kongress.bike


Der Dokumentarfilm „Cycling Cities“ nimmt uns mit auf eine inspirierende Reise durch Europas Mobilitäts-Hotspots und zeigt, dass die Verkehrswende kein technisches, sondern vor allem ein politisches Projekt ist.

(erschienen in VELOPLAN, Nr. 01/2026, März 2026)


Ingwar Perowanowitsch liefert mit seiner Dokumentation ein fundiertes Plädoyer für die Transformation des urbanen Raums. Für Stadtplanerinnen und Verkehrsentscheiderinnen bietet der Film weit mehr als nur Reiseimpressionen; er analysiert die Erfolgsfaktoren hinter Metropolen wie Paris, Gent oder Utrecht. Besonders deutlich wird: Eine erfolgreiche Radverkehrsplanung erfordert den Mut zur radikalen Flächenumverteilung.
In Paris zeigt sich eindrucksvoll, wie entschlossener politischer Wille den Modal Split innerhalb einer Dekade zugunsten des Umweltverbunds verschieben kann. Gent demonstriert durch intelligente Sektorenpläne, wie der motorisierte Durchgangsverkehr eliminiert wird, um die Aufenthaltsqualität massiv zu steigern, ohne die Erreichbarkeit zu opfern.
Die zentrale These des Films: Das Fahrrad ist kein Selbstzweck, sondern das effizienteste Werkzeug für die Realisierung der „10-Minuten-Stadt“ und eine gesundheitsfördernde Stadtentwicklung. Der Film ordnet die Debatte zudem historisch ein: Am Beispiel Amsterdams wird klar, dass moderne Infrastruktur oft das Resultat zivilgesellschaftlicher Impulse ist. Für die deutsche Praxis liefert der Beitrag eine entscheidende Erkenntnis: Während hierzulande oft über den Wegfall von Parkraum gestritten wird, beweisen die Best-Practice-Beispiele, dass mutige Mobilitätspolitik messbare Lebensqualität schafft und damit sogar Wahlen gewonnen werden. Ein Pflichttermin für alle, die Mobilität als aktives Gestaltungselement der Stadtplanung begreifen.

In seinem Dokumentarfilm sucht Ingwar Perowanowitsch das Gespräch mit den Gestalter*innen für den Radverkehr in verschiedenen Städten, in Hamburg beispielsweise mit dem Verkehrssenator Anjes Tjarks.

Film ansehen:
https://youtu.be/R5jQc1jXLAU


Bilder: Ingwar Perowanowitsch

(erschienen in VELOPLAN, Nr. 04/2025, Dezember 2025)

In Deutschland:

Zukunft Fahrrad hat Sharing- und Abo-Zahlen erhoben

Für viele Menschen bieten Bikesharing und Fahrradabos Vorteile gegenüber dem Privatbesitz von Fahrrädern und E-Bikes. Zukunft Fahrrad hat Zahlen erhoben, die die Bedeutung von Sharing und Abos aufzeigen.

Spontan leihen oder mit kalkulierbaren Kosten dauerhaft nutzen, so lauten zwei der ausschlaggebenden Vorteile für Bikesharing respektive Fahrradabos. Auch für Kommunen bietet Bikesharing Vorteile. Zukunft Fahrrad vertritt als Wirtschaftsverband führende Anbieter dieser Segmente und hat anlässlich dieser Studie in einer Erhebung untersucht, wie groß der Markt für Sharing und Abos in Deutschland ist.
Laut der Erhebung sind in Deutschland aktuell 115.000 Bikesharing-Räder im Einsatz. Darunter fallen mehr als 57.000 E-Bikes und über 1900 Lastenräder. Zum Vergleich führt der Verband die Zahl von 45.500 Carsharing-Autos an, die es laut Marktdaten des Bundesverbands Carsharing (BCS) im Januar 2025 in Deutschland gab.
Rund 100.000 Fahrräder sind zudem in privaten Fahrrad-Abonnements unterwegs. Gewerbliche Abo-Fahrräder, etwa für Essenslieferungen, touristische Fahrradvermietung sowie das Dienstrad-Leasing, sind in diesen Zahlen trotz ihrer Bedeutung nicht erfasst.
Wasilis von Rauch, Geschäftsführer von Zukunft Fahrrad: „Attraktive Sharing- und Abomodelle maximieren die Nutzung vorhandener Ressourcen: Die Fahrräder werden intensiver genutzt und bringen auch Menschen aufs Rad, die sich kein eigenes Rad kaufen wollen oder können. Hier steckt ein großes Potenzial, kommunale Mobilität sozial gerecht und nachhaltig auf-zustellen. Mit Sozialtarifen für Bikesharing und Fahrradabos kann die Politik dabei noch mehr Menschen mit geringem Einkommen Zugang zu komfortablen und jederzeit funktionstüchtigen Rädern bieten. Mittel aus dem Klima-Sozialplan der Bundesregierung wären hier besser investiert als ausschließlich ins viel diskutierte Social Leasing von E-Autos.”


(sg)


Wegen Mitnahmeverbot im ÖPNV

ADAC bricht eine Lanze für E-Scooter

In einigen deutschen Städten dürfen keine E-Scooter im öffentlichen Nahverkehr mitgenommen werden. Als Grund dafür wird meist die Brandgefahr angeführt. „Unverhältnismäßig“, kritisiert der ADAC diese Maßnahmen.

In der Vergangenheit gab es einzelne Berichte über Brände von E-Scootern in öffentlichen Verkehrsmitteln. Daraufhin hat sich auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) für ein Mitnahmeverbot von E-Scootern in öffentlichen Verkehrsmitteln ausgesprochen. Ausgerechnet der ADAC kritisiert dieses Mitnahmeverbot jetzt als „unverhältnismäßig“. Begründet wird dies vom Auto-Lobbyverband mit eigenen Testreihen. Dabei hat der ADAC sechs E-Scooter einem technischen Stresstest unterzogen.
Bei den Versuchen wurden die E-Scooter bewusst starken Belastungen ausgesetzt: Auf einem Zweiradprüfstand wurden die Gefährte über 30 Minuten bei Höchstgeschwindigkeit über simuliertes Kopfsteinpflaster gefahren, in der Klimakammer folgte ein Test bei Minusgraden sowie ein Test bei starkem Regen von allen Seiten. Besonderes Augenmerk galt aber der elektrotechnischen Untersuchung: Nach mehreren Tiefen- und Selbstentladungen wurden die E-Scooter – wo möglich – über das Batteriemanagement absichtlich getunt, um sie zusätzlichem Stress auszusetzen. Nach jeder Testrunde wurden die Kapazität und der Innenwiderstand der Akkus erfasst. Zudem erfolgte eine Vorher-Nachher-Prüfung der Batteriepacks mithilfe einer Wärmebildkamera, um signifikante Temperaturunterschiede während der Entladung sowie während des Ladevorgangs zu dokumentieren.
Das Ergebnis der Tests war eindeutig: In keinem Fall ergaben sich Veränderungen an den Batteriepacks, es gab keine Verformungen, Brände oder andere Auffälligkeiten. Der ADAC kann allen getesteten Modellen ein hohes Sicherheitsniveau bescheinigen.
Zudem heißt es vom ADAC: „Durch die geplante Überarbeitung der Elektrokleinstfahrzeugverordnung sollen E-Scooter an die Sicherheitsstandards von Pedelecs angeglichen werden und somit ist ein weiterer Sicherheitsschritt zu erwarten.“ Unter all diesen Aspekten erscheine das mancherorts bestehende Mitnahmeverbot von E-Scootern im ÖPNV unverhältnismäßig.


(jw)


Haarmann gibt Bundesvorsitz ab

Neue Bundesvorsitzende beim VCD

Anfang November hat die Bundesdelegiertenversammlung (BDV) des ökologischen Verkehrsclub VCD eine neue Bundesvorsitzende gewählt.

Als neue VCD-Bundesvorsitzende setzt Dr. Christiane Rohleder sich für gute Alternativen zum Auto ein.

Dr. Christiane Rohleder heißt die neue Bundesvorsitzende des VCD, die den Verband künftig gemeinsam mit Matthias Kurzeck (seit 2022 im Amt) anführen wird. Sie übernimmt das Amt von Kerstin Haarmann, die das Ehrenamt nach sieben Jahren aus Zeitgründen niederlegte. Haarmann hatte ihren Rücktritt am Samstag zum Start der BDV bekannt gegeben und sagte: „Ich habe den VCD sehr gerne vertreten. Er leistet wichtige Grundlagenarbeit für die nachhaltige Mobilität. So haben wir zum Beispiel ein Bundesmobilitätsgesetz erarbeitet, das sich konsequent an den Interessen der Menschen ausrichtet. Es sieht etwa endlich eine integrierte Planung der Bundesverkehrswege auf Straße und Schiene vor.“ Der VCD dankt ihr für die gute Zusammenarbeit und ihr großes Engagement.
Bei der vorgezogenen Neuwahl auf der BDV erhielt Rohleder 93 Prozent der Stimmen. Die neue Bundesvorsitzende war bis zum Regierungswechsel Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und habe sich dort für Klimaschutz im Verkehr eingesetzt. Sie sei unter anderem an den EU-Regelungen zum Verbrenner-Aus beteiligt gewesen, heißt es vom Verband. Vorherige Schwerpunkte hat Rohleder im Handlungsfeld der Bahn gesetzt und wolle hier auch einen Schwerpunkt als Bundesvorsitzende setzen. Die promovierte Juristin hatte bereits vor ihrer letzten Aufgabe verschiedene Ministeriumsrollen inne. Unter anderem habe sie sich im Bundesverbraucherschutzministerium für mehr Fahrgastrechte bei der Bahn starkgemacht.
„Der Verkehr hinkt beim Klimaschutz noch deutlich hinterher. Daher freue ich mich, als Bundesvorsitzende des VCD dazu beizutragen, dass die Verkehrswende gelingt“, sagte Rohleder bei Ihrer Antrittsrede vor den Delegierten. Neben der Bahn wolle sie auch für einen starken ÖPNV antreten: „Nur wer gute Alternativen hat, kann auch gerne auf ein Auto verzichten oder dieses öfter mal stehenlassen.“


(sg)


Für private E-Bike-Käufe

Österreich führt Kaufförderung wieder ein

In Österreich ist ein bundesweites Förderprogramm beim Kauf von (E-)Transporträdern und (E-)Falträdern wiedereingeführt worden. Dieses ist zeitlich begrenzt und an verschiedene Voraussetzungen geknüpft.

Österreichische Fahrradinteressenverbände wie die ARGE Fahrrad hatten immer wieder gefordert, die in der Vergangenheit erfolgreichen Fördermaßnahmen wieder einzuführen beziehungsweise fortzuführen. Dieser Forderung ist das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) Anfang November nachgekommen. Wichtige Informationen dazu wurden unter www.umweltfoerderung.at veröffentlicht.
Förderanträge können von Privatpersonen bis längstens 27. Februar 2026 gestellt werden, falls die zur Verfügung gestellten Fördermittel bis dahin noch nicht ausgeschöpft sein sollten. Die Förderhöhe beträgt 900 Euro pro (E-)Transportrad beziehungsweise 500 Euro pro (E-)Faltrad.
Es gelten allerdings verschiedene einschränkende Bedingungen, um Fördermittel zu erhalten. So muss beispielsweise nachgewiesen werden, dass die Elektrofahrräder ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern betrieben werden. Bei der Förderung von Falträdern muss zudem eine zum Zeitpunkt der Einreichung gültige ÖV-Jahreskarte eingereicht werden.
Anträge können ausschließlich online gestellt werden.

(jw)


Bundeshauptversammlung in Berlin

ADFC hat neues Führungsduo gewählt

Mitte November trafen sich 140 Delegierte aus 16 ADFC-Landesverbänden zur 45. ADFC-Bundeshauptversammlung. Erstmals wird der Fahrradlobbyverband von einer Doppelspitze geführt.

Die Delegierten des weltgrößten Fahrradverbandes wählten Sarah Holczer und Frank Masurat zum neuen paritätischen Bundesvorsitz. Gemeinsam wollen sie Radfahren für alle Generationen sicher, attraktiv und selbstverständlich machen. Zukünftig will der ADFC den positiven Beitrag des Radfahrens für Gesundheit und Gesellschaft stärker in den Fokus rücken.
Sarah Holczer sagt als neue Bundesvorsitzende: „Radfahren bringt Menschen zusammen und die Welt ein Stück voran: Es ist ein Beitrag zu Klimaschutz, nachhaltiger Mobilität und es fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der ADFC macht diese Werte sichtbar – mit Vertrauen und Klarheit.“
Frank Masurat ergänzt: „Radfahren ist Zukunft – gesund, klimaschonend, demokratisch. Wir wollen zeigen, dass Mobilitätspolitik weit mehr ist als Straßenbau und Verkehrsplanung: Sie entscheidet über Lebensqualität, Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der ADFC wird diese Perspektive in der Bundespolitik noch stärker einbringen – mit klarer Stimme und konstruktivem Druck.“
Die ADFC-Delegierten wählten außerdem: Tourismusexperte und Pressesprecher Christian Tänzler (63) aus Berlin, IT-Unternehmer Christoph Schmidt (49) aus Köln, Ökonomin und Intraday Power Traderin Vera Konrad (32) aus Düsseldorf, den ehemaligen Bremer Verkehrssenator Dr. Joachim Lohse (66) aus Hamburg sowie die Co-Geschäftsführerin der Schwalbe Stiftung Clara Bohle (30) aus München. Als Vertreterin des Jungen ADFC im Bundesvorstand wurde die Geographiestudentin Lena Adam (20) aus Hamburg bestätigt.
Der ehrenamtliche ADFC-Bundesvorstand wird alle zwei Jahre gewählt. Für das operative Geschäft betreibt der ADFC eine Bundesgeschäftsstelle mit einem 48-köpfigen hauptamtlichen Team in Berlin.

(jw)


Laut Copenhagenize Index:

Diese Großstädte sind die fahrradfreundlichsten der Welt

Der Copenhagenize Index soll die fahrradfreundlichsten Großstädte der Welt bestimmen. Drei deutsche Städte haben es 2025 unter die Top 30 geschafft.

Zum ersten Mal seit 2019 hat das Planungsbüro „Copenhagenize Design Company“ wieder den Wettbewerb zum Copenhagenize Index durchgeführt. Das Ranking der Großstädte, die den dazugehörigen Fragebogen eingereicht haben, führen Utrecht, Kopenhagen und Gent an, gefolgt von Amsterdam und Paris. Besonders auffällig ist, dass erst auf Platz 15 die erste außereuropäische Großstadt (Montréal in Kanada) platziert ist.
Auf der Website des Index, an dem auch EIT Urban Mobility mitgewirkt hat, zeigt das regionale Ranking die bestplatzierten Städte der verschiedenen Kontinente bzw. Regionen. In Lateinamerika hat Niteroi (Platz 43) in Brasilien die Nase vorn, in Asien und Ozeanien ist Christchurch (Platz 38) in Neuseeland und in Afrika Quelimane in Mosambik (Platz 83) am besten platziert.

Münster auf Platz 7

Unter den Top 30 sind drei deutsche Städte: Münster (Platz 7), Bonn (Platz 11) und München (Platz 17). In Westfalen freut sich Oberbürgermeister Tilman Fuchs über die gute Platzierung: „Münster ist und bleibt Fahrradstadt. Der starke Einstieg unserer Stadt in den Copenhagenize Index ist eine weitere Bestätigung für Münsters langjährige Radverkehrsförderung. Dass unser Engagement auch international Anerkennung findet, ist ein großer Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzuführen und die Infrastruktur für Radfahrende weiter zu stärken.“ Rund 30 Aspekte zur Fahrradfreundlichkeit fragen die Projektverantwortlichen für den Index ab.

(sg)


Ab 2026

Deutsches Institut für Urbanistik hat einen neuen Leiter

Prof. Dr. Carsten Kühl, der das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) seit 2018 leitete, hat diese Aufgabe bereits im Juli niedergelegt. Zum Jahreswechsel steht nun ein Nachfolger bereit.

Ab dem 1. Januar 2026 übernimmt Dr. Jochen Monstadt die wissenschaftliche Leitung und Geschäftsführung des Difu. Der promovierte Umweltplaner der Technischen Universität Berlin mit Professuren in Darmstadt und Utrecht sowie viel internationaler Erfahrung übernimmt diese Aufgabe von der kaufmännischen Geschäftsführerin Luise Adrian und dem kommissarischen wissenschaftlichen Leiter Dr. Jens Libbe. Adrian und Libbe hatten zwischenzeitlich das gemeinnützige Stadtforschungsinstitut geleitet, nachdem Monstadts Vorgänger Dr. Carsten Kühl die Aufgabe Ende Juli niedergelegt hatte.
Monstadt wurde bei der Mitgliederversammlung des Vereins für Kommunalwissenschaften e.V. (alleiniger Gesellschafter des Difu) einstimmig gewählt, womit die Mitglieder dem Votum einer Berufungskommission folgten.

Forschung und Praxis verzahnen

Monstadt ist seit 2016 Professor für Governance of Urban Transitions und Leiter der Sektion Raumplanung am Institut für Humangeographie und Raumplanung der Universität Utrecht. Der Diplom-Landschaftsplaner und promovierte Umweltplaner forschte bereits in der Schweiz, Kanada, den USA und Frankreich, insbesondere zu Governance-Fragen des räumlichen Wandels, der nachhaltigen Steuerung technischer Infrastrukturen sowie resilienter Stadt- und Regionalentwicklung. Monstadt selbst sagte zu seiner neuen Rolle: „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Team des Difu innovative Lösungen für die nachhaltige Gestaltung der Kommunen zu entwickeln. Mir ist es wichtig, dass Forschung und Praxis eng verzahnt sind, wir zugleich aus internationalen Erfahrungen lernen und die Difu-Arbeit damit weiterhin eine unverzichtbare Hilfestellung für die kommunale Praxis bietet.“

(sg)


Eurobike first im Jahr 2026

Fairnamic stellt Pläne für eine eigenständige Mobifuture zurück

Auf dem Weg zur 34. Ausgabe der Eurobike in Frankfurt am Main im kommenden Jahr hat Messeveranstalter Fairnamic eine wichtige Planänderung vorgenommen. Das Konzept einer parallel stattfindenden, eigenständigen Fachmesse Mobifuture wird für das Jahr 2026 nicht weiterverfolgt.

Die vergangenen Monate waren durchaus turbulent, was die Diskussion über die Zukunft der Eurobike anbelangt. Der Höhepunkt war sicherlich die Ankündigung des Zweirad-Industrie-Verbands und des Brachenverbands Zukunft Fahrrad, die Zusammenarbeit mit den Eurobike-Macher*innen zu beenden und künftig an einer eigenen Branchenplattform arbeiten zu wollen. Wie in dieser Ankündigung und auch in Gesprächen im Nachgang dieser Entscheidung deutlich wurde, war offenbar ein Knackpunkt in den zuletzt stattgefunden Gesprächen zwischen den beiden Verbänden und Fairnamic die geplante Zweiteilung der Veranstaltung im kommenden Jahr – in die Eurobike und in das neue Messeformat Mobifuture. Die Pläne dafür wurden kurz vor der diesjährigen Eurobike erstmals angekündigt und im Laufe der Eurobike präzisiert. Hier hätten sich viele Aussteller vorab einen besseren Informationsfluss und mehr Rücksprache gewünscht, sodass sich letztendlich viele Unternehmen vor den Kopf gestoßen fühlten. Viele Fragen zur Konzeption und Ausrichtung der Mobifuture blieben offen.

Kein eigenständiges Format im Jahr 2026

Die Fairnamic hat jetzt auf die Entwicklung der letzten Wochen reagiert und einen Entschluss gefasst: „2026 wird keine Mobifuture-Veranstaltung co-located zur Eurobike stattfinden“, teilt Fairnamic mit. Die Begründung: „Die Fairnamic hat verstanden, dass für wesentliche Marktteilnehmer*innen die Notwendigkeit einer weiteren Klärung von Konzeption und Ausrichtung der Mobifuture notwendig ist und wird diese deshalb in 2026 nicht als eigenständiges Messeformat abbilden.“ Und weiter: „Neuartige und zukunftsweisende Mobilitätskonzepte werden auch künftig gemeinsam mit sportlichen Fahrrädern, Freizeitfahrzeugen und den Mobilitäts-Allstars der Gegenwart wie E-Bikes, Cargobikes und vielen anderen unter dem Dach der Eurobike gezeigt werden.“ Die Eurobike 2026 wird vom 24. bis 27. Juni 2026 auf dem Gelände der Messe Frankfurt stattfinden.

(jw)


„Stadt.Land.Rad. Sicher unterwegs“

Fahrradkommunalkonferenz mit großem Interesse

Am 11. und 12.11.2025 fand in Landau in der Pfalz die 19. Fahrradkommunalkonferenz statt. Die Konferenz für Wissenstransfer und Best Practices stieß auf großes Interesse seitens der Fachleute.

Die Fahrradkommunalkonferenz stand unter dem diesjährigen Leitthema „Stadt.Land.Rad. Sicher unterwegs“ und unterstützte erneut den Wissenstransfer zwischen den Kommunen zum Thema Radverkehr. Diese Gelegenheit nahmen in der Jugendstil-Festhalle Landau und online rund 500 Radverkehrsverantwortliche aus den Kommunen sowie Fachleute aus Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen wahr.
Christian Hoffmann, Präsident des gastgebenden Bundesamtes für Logistik und Mobilität erklärt: „Radfahren ist kein ausschließlich städtisches Thema. Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland lebt in ländlichen Regionen. Wer verstehen will, wann Menschen im ländlichen Raum aufs Fahrrad umsteigen, der muss dorthin gehen, wo Wege länger, Strukturen anders und Lösungen oft kreativer sind. Das große Interesse an der Fahrradkommunalkonferenz ‚Stadt.Land.Rad. Sicher unterwegs‘ zeigt eindrucksvoll, wie aktuell das diesjährige Leitthema der Veranstaltung ist.“

Von Förderprogramm bis S-Pedelec

Inhaltlich bot die Konferenz Einblicke in erfolgreiche Umsetzungsstrategien und ermöglichte den Dialog über Herausforderungen und Rahmenbedingungen sowie inspirierende Beispiele aus der kommunalen Praxis. In Exkursionen, Netzwerktreffen, Podiumsdiskussionen und Fachforen wurden diverse Inhalte wie interkommunale Zusammenarbeit, Schutzstreifen außerorts oder die Freigabe von Radinfrastruktur für S-Pedelecs thematisiert.
In den Keynotes und einer Podiumsdiskussion am ersten Tag stellten die Rednerinnen aus Politik und Verwaltung vor, wie Bund und Land aktuelle Projekte und Förderprogramme umsetzen. Beispielsweise überführt Landau mit dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) bestehende Wirtschaftswege in zeitgemäße Fahr-radrouten. Zudem ließ sich vor Ort erleben, wie Rheinland-Pfalz mit Pendlerradrouten schnelle, sichere und attraktive Verbindungen für Be-rufspendlerinnen schafft.
Der zweite Konferenztag stand im Zeichen acht unterschiedlicher Fachforen für den direkten fachlichen Austausch, etwa zum flächendeckenden Ausbau von Mobilitätsstationen mit Lade- und Abstellmöglichkeiten oder der Verbindung von Fahrrad und ÖPNV. Die Teilnehmenden befassten sich zudem mit dem Natur- und Artenschutz beim Bau von Fahrradinfrastruktur, etwa im Kontext des Einsatzes von hellem Asphalt, Blühstreifen oder adaptiver Beleuchtung.
Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Hauptförderer der Konferenz sagte: „Der Radverkehr ist fester Bestandteil unserer Mobilität. Die Bundesregierung stärkt und fördert ihn mit viel Engagement. Das Ziel sind lückenlose und sichere Radwegenetze sowie gesicherte Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen. Daher freue ich mich sehr, dass wir das Sonderprogramm Stadt und Land – unser Herzstück der Radverkehrsförderung – bis 2030 verstetigen konnten. Damit haben die Kommunen auch künftig Planungssicherheit.“
Traditionell endete die Konferenz damit, den Staffelstab an die nächste ausrichtende Kommune zu übergeben. Im Jahr 2026 wird sie in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf stattfinden.

(sg)


Mit Rückenwind aus dem Münsterland

Parlamentskreis Fahrrad im Bundestag neu konstituiert

Dafür, dass das Thema Radverkehrsinfrastruktur im Bundestag zusätzliche Bedeutung erhält, soll der Parlamentskreis Fahrrad in Berlin sorgen. Das Gremium wurde kürzlich neu konstituiert.

Mit prominenter Unterstützung und Rückenwind aus der Fahrradhauptstadt Münster hat sich kürzlich der Parlamentskreis Fahrrad im Deutschen Bundestag neu konstituiert. Henning Rehbaum (CDU) aus dem Kreis Warendorf wurde einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt, ebenso wie seine Stellvertreter*innen Victoria Broßart (Grüne) und Stefan Zierke (SPD). Der neue Vorsitzende stammt aus dem fahrradaffinen Münsterland.
Er erklärt zum Amtsantritt: „Ich wünsche mir, dass das Fahrrad zu einem so alltäglichen Verkehrsmittel wird, wie es das im Münsterland schon immer ist.“ Als Vorsitzender des Parlamentskreises Fahrrad wolle er radbegeisterte Abgeordnete aller Fraktionen der Mitte des Bundestags zusammenbringen, mit dem Ziel, bundespolitische Impulse für eine alltagstaugliche Radverkehrspolitik zu setzen. Ein Highlight bildet die parlamentarische Fahrradtour, die im kommenden Jahr stattfinden soll.
Neben 15 Abgeordneten aus ganz Deutschland war auch Markus Lewe (CDU), Oberbürgermeister von Münster zu Gast. Der Münsteraner Bürgermeister und langjährige Städtetagspräsident berichtete von den vielen Initiativen, wie seine Stadt das Fahrrad zum Hauptverkehrsmittel gemacht hat, es mit Bus und Bahn verknüpft und es sich mit den Rad- und Velorouten in den Münsterlandkreisen vernetzt. „Wir machen Radpolitik nicht ideologisch, sondern menschlich.“
Er gab viele Beispiele aus der Praxis, wie Städte und Gemeinden auch im ländlichen Raum gute Radinfrastruktur schaffen können, die auch die anderen Verkehrsteilnehmer mitdenke. „Es braucht aber auch eine Kultur des Miteinanders auf den Straßen, kein Gegeneinander“, betonte Lewe.

(jw)


Förderangebote des BMV verlängert:

Verkehrsministerium unterstützt KMU bei betrieblicher Mobilität

Mit der Kampagne „mobil gewinnt“ fördert das Bundesministerium für Verkehr betriebliche Mobilität in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Rahmen des Förderprogramms „Betriebliches Mobilitäts-Management“. Das Programm wurde bereits im August verlängert.

Durch die Verlängerung können KMU bis Ende des Jahres 2026 Anträge dafür stellen, Beratungskosten mit bis zu 5000 Euro und konkrete Anschaffungen mit bis zu 60.000 Euro fördern zu lassen. Die Initialförderung (max. 5000 Euro) gilt dabei für Betriebe, die sich bisher nicht oder kaum mit der betrieblichen Mobilität auseinandergesetzt haben und Beratungsleistungen aus dem vorausgewählten Beratungs-Pool in Anspruch nehmen wollen.
Die maximalen 60.000 Euro aus der Breitenförderung können Unternehmen beispielsweise nutzen, um sich E-Lastenräder, Elektrofahrzeuge oder Ladeinfrastruktur bezuschussen lassen.
Kleine Unternehmen (bis 50 Mitarbeitende und Jahresumsatz bis 10 Millionen Euro) können bis zu 60 Prozent der Ausgaben fördern lassen. Für mittelgroße Firmen (bis 250 Mitarbeitende und Jahresumsatz bis 50 Millionen Euro) liegt der Anteil bei maximal 50 Prozent.

Weitere Informationen finden sich unter https://mobil-gewinnt.de/


(sg)


Bilder: Lichthelden SHK – Steffen H. Kaufmann, Fairnamic, BALM – Uwe Völkner, pd-f.de – Arne Bischoff

(erschienen in VELOPLAN, Nr. 04/2025, Dezember 2025)


Jörn Büttner

Radverkehrsbeauftragter Stadt Aschaffenburg

Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachämtern funktioniert im Rahmen der Radverkehrsförderung gut beziehungsweise sogar sehr gut, wenn wir dies mit Berichten aus anderen Kommunen vergleichen. Es gibt eine breite Basis in der Verwaltung, im Stadtrat und in der Stadtgesellschaft für eine verstärkte Radverkehrsförderung. Damit ist auch ein grundsätzlicher Auftrag verbunden, dass die Verwaltung tätig wird und konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.
Dafür wurden auch Strukturen geschaffen: Ein Radverkehrskonzept aus 2015 bildet die inhaltliche Basis. Personell wurde aufgestockt mit einem Radverkehrsbeauftragten im Planungsamt und mit einem Bauingenieur im Tiefbauamt, die sich beide hauptberuflich in Vollzeit ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen. Auch das verfügbare jährliche Budget wurde erhöht und eine eigene Haushaltsstelle „Radverkehr“ für Investitionen geschaffen. Mit dem Fahrradforum, das zweimal jährlich tagt, werden die Interessensverbände und engagierte Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Es gibt regelmäßigen Austausch zwischen den Fachämtern der Verwaltung und der Polizei. Sowohl projektbezogen als auch in festen Meetings und Formaten. Durch personelle Konstanz gibt es eine gute persönliche Basis zu den Kolleginnen und Kollegen, sodass auch mal Meinungsverschiedenheiten transparent und zielführend diskutiert werden können. Am Ende ist es wichtig, dass eine Lösung für jede Aufgabe und Maßnahme gefunden wird, die dann von allen Beteiligten akzeptiert und mitgetragen wird.

Ulrike Zimmermann

Radverkehrsbeauftragte Jena

Die Zusammenarbeit ist grundsätzlich gut. Wenn ein Projekt startet, findet bei uns in der Regel eine Auftaktberatung mit den an der Planung beteiligten Fachdiensten und Eigenbetrieben statt. Unterschiedliche Auffassungen werden offen kommuniziert und es wird nach einer realisierbaren Lösung gesucht, manchmal als Kompromiss, manchmal im Konsens. Problematisch kann die unterschiedliche Priorisierung von Projekten sein.
Ich denke, Teamwork muss nicht reibungslos, sondern nur „reibungsarm“ und mit gegenseitigem Respekt erfolgen. Wichtig ist es, nicht nur Probleme zu benennen, sondern in weiteren Schritten diese Probleme zu lösen, um ein Projekt zum Erfolg zu bringen. Gerade in der Radverkehrsplanung ist es zudem wichtig, engagierte Bürgerinnen einzubinden. Die Balance zwischen fachlich begründetem Verwaltungshandeln, direkter Beteiligung betroffener Bügerinnen und kommunaler politischer Willensbildung zu finden, ist anspruchsvoll, sollte aber erklärtes Ziel sein.

Jürgen Möllers

Fahrradbeauftragter Köln

In meinem Arbeitsalltag erlebe ich die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Fachämtern unserer Kommune als sehr gemischt. Einerseits gibt es viele engagierte Kolleginnen und Kollegen, die offen kommunizieren und gemeinsam nach Lösungen suchen. Andererseits zeigen sich immer wieder Schwierigkeiten, vor allem dann, wenn die Zielsetzungen der einzelnen Ämter auseinandergehen oder unterschiedliche Interessen im Vordergrund stehen. Oft fehlt ein gemeinsames Verständnis darüber, was Priorität hat, und das kann Projekte deutlich verlangsamen. Aus meiner Sicht sind Transparenz und frühzeitige Abstimmung die wichtigsten Erfolgsfaktoren für reibungsloses Teamwork. Wenn alle Beteiligten von Beginn an einbezogen werden und klar ist, wer welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten trägt, lassen sich Missverständnisse vermeiden. Ebenso wichtig ist die Bereitschaft, verschiedene Wege auszuprobieren und flexibel auf neue Situationen zu reagieren. Zusammenarbeit bedeutet nicht, dass immer alle einer Meinung sind – entscheidend ist, dass trotz Widerständen ein gemeinsamer Lösungswille vorhanden bleibt. Nur so kann interdisziplinäres Arbeiten in der Verwaltung wirklich gelingen.

Gregor Gaffga

Radverkehrsbeauftragter Konstanz

Eine gute Zusammenarbeit zwischen den Fachämtern ist wesentlich für eine gelingende, systematische Radverkehrsförderung, da ein Amt allein nicht die Kenntnisse und in der Regel auch nicht die personellen Ressourcen hat, alle Felder der Radverkehrsförderung allein zu bespielen. Die Zusammenarbeit gelingt dann gut, wenn die Beteiligten in den Fachämtern die Ziele der Verkehrswende unterstützen und motiviert sind, gute Lösungen für den Radverkehr zu entwickeln und ihn bei allen Maßnahmen mitzudenken. Eine Offenheit gegenüber neuen Ideen und Lösungsansätzen ermöglicht es, gemeinsam passgenaue Lösungen zu finden und diese erfolgreich in die Umsetzung zu bringen. Wenn es gelingt, formale Dienstwege innerhalb des hierarchischen Verwaltungsaufbaus hinter sich zu lassen und die gemeinsame Suche nach Lösungen über die Diskussion um Zuständigkeiten zu stellen, fördert das die ämterübergreifende Zusammenarbeit.

Dirk Büschke

Radverkehrsbeauftragter Erfurt

In meinem Arbeitsalltag als Radverkehrsbeauftragter erlebe ich die Zusammenarbeit zwischen den Fachämtern als von zwei Seiten geprägt: Einerseits erschwert meine Funktion als Stabstelle im Dezernat Bau, Verkehr und Umwelt die Kommunikation, da vielen nicht eindeutig ist, wann und wie meine Beteiligung vorgesehen ist. Andererseits ermöglicht genau diese Struktur, das Thema Radverkehr strategisch und ämterübergreifend zu verankern.
Der zentrale Erfolgsfaktor – und zugleich häufigster Reibungspunkt – ist die Kommunikation. Viele Fachbereiche bearbeiten Projekte lange in Eigenregie und beziehen andere Stellen erst spät ein. Das führt zu Verzögerungen, Doppelstrukturen oder Zielkonflikten. Gerade in Kommunen entstehen parallel zahlreiche Konzepte, deren Inhalte sich mitunter widersprechen und dennoch von der Politik beschlossen werden.
Für reibungsloses Teamwork braucht es daher eine frühzeitige, klare und kontinuierliche Abstimmung. Wichtig sind gemeinsame Zielbilder, transparente Prozesse sowie das Verständnis dafür, dass unter den Bedingungen des Fachkräftemangels jede Beteiligte und jeder Beteiligte ausreichend Zeit zur Meinungsbildung benötigt. Nur mit offener Kommunikation und abgestimmten Zielen gelingt eine effektive Zusammenarbeit.
Zielführend erscheint es mir auch, gemeinsame Schulungen, wie in meinem Fall zum Thema Verkehrswende zu besuchen. Als Team müssen wir alle gemeinsam die Vorteile, aber auch die Grenzen einer Verkehrswende kennenlernen.

Ferdinand Teepe

Radverkehrsbeauftragter Landkreis Schaumburg

Die Förderung des Radverkehrs hat in den vergangenen Jahren auch in ländlichen Gebieten stark an Dynamik gewonnen. Dies führt einerseits zu höheren Erwartungen der Bevölkerung, andererseits zu neuen Herausforderungen durch komplexe Zuständigkeiten in der Infrastrukturplanung. Der Landkreis Schaumburg hat sich auf den Weg gemacht, die Mobilität nachhaltig zu entwickeln. Hierfür wurden Konzepte zum Klimaschutz, zur integrierten Mobilität und zum Radverkehr gemeinsam erarbeitet.
Bei der konkreten Lösungsfindung für Straßenabschnitte und Ortsdurchfahrten werden jedoch oft unterschiedliche fachliche Perspektiven und organisatorische Logiken deutlich. Die Pläne der Radverkehrsplanung lassen sich häufig nur schwer mit den rechtlichen Vorgaben in Einklang bringen, sodass innovative Lösungen dabei oft aus dem Blick geraten. Erschwerend kommen große personelle Herausforderungen hinzu, insbesondere bei der Planung neuer Radinfrastruktur und der Sanierung des Bestands.
Als wesentliche Erfolgsfaktoren haben sich dabei eine offene Kommunikation und regelmäßige Fachtreffen erwiesen. Auch Vor-Ort-Termine mit allen Beteiligten sind hilfreich und hinterlassen bleibende Eindrücke. Insgesamt ist die Zusammenarbeit von unterschiedlichen Zuständigkeiten und begrenzten Ressourcen geprägt. Doch wo der Austausch frühzeitig stattfindet und Rollen klar definiert sind, lassen sich Abstimmungsprozesse spürbar erleichtern, auch wenn die Koordination im Alltag weiterhin eine sorgfältige Abstimmung erfordert.

Elisa Straubinger

Radverkehrsbeauftragte Fürstenfeldbruck

In meinem beruflichen Alltag erlebe ich die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachämtern in unserer Kommune als durchweg konstruktiv. Der Umgang miteinander ist geprägt von Respekt und Wertschätzung, was eine Arbeitsatmosphäre kreiert, die durch Offenheit und gegenseitige Unterstützung überzeugt.
Unterschiedliche Sichtweisen werden nicht nur gehört, sondern aktiv eingebunden. So gelingt es uns, bei Herausforderungen dank kurzer Entscheidungswege und großer Hilfsbereitschaft rasch zu pragmatischen Lösungen zu kommen.
Für mich bilden Vertrauen, Transparenz und eine offene Kommunikationskultur die zentralen Grundlagen für ein reibungsloses Teamwork. Wenn alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel verfolgen und die Motivation spürbar hoch ist, entsteht eine Dynamik, die Projekte im Bereich Radverkehr nicht nur effizienter, sondern auch kreativer vorantreibt. Ich empfinde es als großes Glück, Teil eines so engagierten und unterstützenden Umfelds zu sein.


Bilder: A. Klotz – OrangeProduction.de, Stadt Jena – T. Hegenbart, Stadt Konstanz, Ferdinand Teepe, Stadt Fürstenfeldbruck