(erschienen in VELOPLAN, Nr. 04/2025, Dezember 2025)
In Deutschland:
Zukunft Fahrrad hat Sharing- und Abo-Zahlen erhoben
Für viele Menschen bieten Bikesharing und Fahrradabos Vorteile gegenüber dem Privatbesitz von Fahrrädern und E-Bikes. Zukunft Fahrrad hat Zahlen erhoben, die die Bedeutung von Sharing und Abos aufzeigen.
Spontan leihen oder mit kalkulierbaren Kosten dauerhaft nutzen, so lauten zwei der ausschlaggebenden Vorteile für Bikesharing respektive Fahrradabos. Auch für Kommunen bietet Bikesharing Vorteile. Zukunft Fahrrad vertritt als Wirtschaftsverband führende Anbieter dieser Segmente und hat anlässlich dieser Studie in einer Erhebung untersucht, wie groß der Markt für Sharing und Abos in Deutschland ist.
Laut der Erhebung sind in Deutschland aktuell 115.000 Bikesharing-Räder im Einsatz. Darunter fallen mehr als 57.000 E-Bikes und über 1900 Lastenräder. Zum Vergleich führt der Verband die Zahl von 45.500 Carsharing-Autos an, die es laut Marktdaten des Bundesverbands Carsharing (BCS) im Januar 2025 in Deutschland gab.
Rund 100.000 Fahrräder sind zudem in privaten Fahrrad-Abonnements unterwegs. Gewerbliche Abo-Fahrräder, etwa für Essenslieferungen, touristische Fahrradvermietung sowie das Dienstrad-Leasing, sind in diesen Zahlen trotz ihrer Bedeutung nicht erfasst.
Wasilis von Rauch, Geschäftsführer von Zukunft Fahrrad: „Attraktive Sharing- und Abomodelle maximieren die Nutzung vorhandener Ressourcen: Die Fahrräder werden intensiver genutzt und bringen auch Menschen aufs Rad, die sich kein eigenes Rad kaufen wollen oder können. Hier steckt ein großes Potenzial, kommunale Mobilität sozial gerecht und nachhaltig auf-zustellen. Mit Sozialtarifen für Bikesharing und Fahrradabos kann die Politik dabei noch mehr Menschen mit geringem Einkommen Zugang zu komfortablen und jederzeit funktionstüchtigen Rädern bieten. Mittel aus dem Klima-Sozialplan der Bundesregierung wären hier besser investiert als ausschließlich ins viel diskutierte Social Leasing von E-Autos.”
(sg)
Wegen Mitnahmeverbot im ÖPNV
ADAC bricht eine Lanze für E-Scooter
In einigen deutschen Städten dürfen keine E-Scooter im öffentlichen Nahverkehr mitgenommen werden. Als Grund dafür wird meist die Brandgefahr angeführt. „Unverhältnismäßig“, kritisiert der ADAC diese Maßnahmen.
In der Vergangenheit gab es einzelne Berichte über Brände von E-Scootern in öffentlichen Verkehrsmitteln. Daraufhin hat sich auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) für ein Mitnahmeverbot von E-Scootern in öffentlichen Verkehrsmitteln ausgesprochen. Ausgerechnet der ADAC kritisiert dieses Mitnahmeverbot jetzt als „unverhältnismäßig“. Begründet wird dies vom Auto-Lobbyverband mit eigenen Testreihen. Dabei hat der ADAC sechs E-Scooter einem technischen Stresstest unterzogen.
Bei den Versuchen wurden die E-Scooter bewusst starken Belastungen ausgesetzt: Auf einem Zweiradprüfstand wurden die Gefährte über 30 Minuten bei Höchstgeschwindigkeit über simuliertes Kopfsteinpflaster gefahren, in der Klimakammer folgte ein Test bei Minusgraden sowie ein Test bei starkem Regen von allen Seiten. Besonderes Augenmerk galt aber der elektrotechnischen Untersuchung: Nach mehreren Tiefen- und Selbstentladungen wurden die E-Scooter – wo möglich – über das Batteriemanagement absichtlich getunt, um sie zusätzlichem Stress auszusetzen. Nach jeder Testrunde wurden die Kapazität und der Innenwiderstand der Akkus erfasst. Zudem erfolgte eine Vorher-Nachher-Prüfung der Batteriepacks mithilfe einer Wärmebildkamera, um signifikante Temperaturunterschiede während der Entladung sowie während des Ladevorgangs zu dokumentieren.
Das Ergebnis der Tests war eindeutig: In keinem Fall ergaben sich Veränderungen an den Batteriepacks, es gab keine Verformungen, Brände oder andere Auffälligkeiten. Der ADAC kann allen getesteten Modellen ein hohes Sicherheitsniveau bescheinigen.
Zudem heißt es vom ADAC: „Durch die geplante Überarbeitung der Elektrokleinstfahrzeugverordnung sollen E-Scooter an die Sicherheitsstandards von Pedelecs angeglichen werden und somit ist ein weiterer Sicherheitsschritt zu erwarten.“ Unter all diesen Aspekten erscheine das mancherorts bestehende Mitnahmeverbot von E-Scootern im ÖPNV unverhältnismäßig.
(jw)
Haarmann gibt Bundesvorsitz ab
Neue Bundesvorsitzende beim VCD
Anfang November hat die Bundesdelegiertenversammlung (BDV) des ökologischen Verkehrsclub VCD eine neue Bundesvorsitzende gewählt.

Als neue VCD-Bundesvorsitzende setzt Dr. Christiane Rohleder sich für gute Alternativen zum Auto ein.
Dr. Christiane Rohleder heißt die neue Bundesvorsitzende des VCD, die den Verband künftig gemeinsam mit Matthias Kurzeck (seit 2022 im Amt) anführen wird. Sie übernimmt das Amt von Kerstin Haarmann, die das Ehrenamt nach sieben Jahren aus Zeitgründen niederlegte. Haarmann hatte ihren Rücktritt am Samstag zum Start der BDV bekannt gegeben und sagte: „Ich habe den VCD sehr gerne vertreten. Er leistet wichtige Grundlagenarbeit für die nachhaltige Mobilität. So haben wir zum Beispiel ein Bundesmobilitätsgesetz erarbeitet, das sich konsequent an den Interessen der Menschen ausrichtet. Es sieht etwa endlich eine integrierte Planung der Bundesverkehrswege auf Straße und Schiene vor.“ Der VCD dankt ihr für die gute Zusammenarbeit und ihr großes Engagement.
Bei der vorgezogenen Neuwahl auf der BDV erhielt Rohleder 93 Prozent der Stimmen. Die neue Bundesvorsitzende war bis zum Regierungswechsel Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und habe sich dort für Klimaschutz im Verkehr eingesetzt. Sie sei unter anderem an den EU-Regelungen zum Verbrenner-Aus beteiligt gewesen, heißt es vom Verband. Vorherige Schwerpunkte hat Rohleder im Handlungsfeld der Bahn gesetzt und wolle hier auch einen Schwerpunkt als Bundesvorsitzende setzen. Die promovierte Juristin hatte bereits vor ihrer letzten Aufgabe verschiedene Ministeriumsrollen inne. Unter anderem habe sie sich im Bundesverbraucherschutzministerium für mehr Fahrgastrechte bei der Bahn starkgemacht.
„Der Verkehr hinkt beim Klimaschutz noch deutlich hinterher. Daher freue ich mich, als Bundesvorsitzende des VCD dazu beizutragen, dass die Verkehrswende gelingt“, sagte Rohleder bei Ihrer Antrittsrede vor den Delegierten. Neben der Bahn wolle sie auch für einen starken ÖPNV antreten: „Nur wer gute Alternativen hat, kann auch gerne auf ein Auto verzichten oder dieses öfter mal stehenlassen.“
(sg)
Für private E-Bike-Käufe
Österreich führt Kaufförderung wieder ein
In Österreich ist ein bundesweites Förderprogramm beim Kauf von (E-)Transporträdern und (E-)Falträdern wiedereingeführt worden. Dieses ist zeitlich begrenzt und an verschiedene Voraussetzungen geknüpft.
Österreichische Fahrradinteressenverbände wie die ARGE Fahrrad hatten immer wieder gefordert, die in der Vergangenheit erfolgreichen Fördermaßnahmen wieder einzuführen beziehungsweise fortzuführen. Dieser Forderung ist das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) Anfang November nachgekommen. Wichtige Informationen dazu wurden unter www.umweltfoerderung.at veröffentlicht.
Förderanträge können von Privatpersonen bis längstens 27. Februar 2026 gestellt werden, falls die zur Verfügung gestellten Fördermittel bis dahin noch nicht ausgeschöpft sein sollten. Die Förderhöhe beträgt 900 Euro pro (E-)Transportrad beziehungsweise 500 Euro pro (E-)Faltrad.
Es gelten allerdings verschiedene einschränkende Bedingungen, um Fördermittel zu erhalten. So muss beispielsweise nachgewiesen werden, dass die Elektrofahrräder ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern betrieben werden. Bei der Förderung von Falträdern muss zudem eine zum Zeitpunkt der Einreichung gültige ÖV-Jahreskarte eingereicht werden.
Anträge können ausschließlich online gestellt werden.
(jw)
Bundeshauptversammlung in Berlin
ADFC hat neues Führungsduo gewählt
Mitte November trafen sich 140 Delegierte aus 16 ADFC-Landesverbänden zur 45. ADFC-Bundeshauptversammlung. Erstmals wird der Fahrradlobbyverband von einer Doppelspitze geführt.
Die Delegierten des weltgrößten Fahrradverbandes wählten Sarah Holczer und Frank Masurat zum neuen paritätischen Bundesvorsitz. Gemeinsam wollen sie Radfahren für alle Generationen sicher, attraktiv und selbstverständlich machen. Zukünftig will der ADFC den positiven Beitrag des Radfahrens für Gesundheit und Gesellschaft stärker in den Fokus rücken.
Sarah Holczer sagt als neue Bundesvorsitzende: „Radfahren bringt Menschen zusammen und die Welt ein Stück voran: Es ist ein Beitrag zu Klimaschutz, nachhaltiger Mobilität und es fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der ADFC macht diese Werte sichtbar – mit Vertrauen und Klarheit.“
Frank Masurat ergänzt: „Radfahren ist Zukunft – gesund, klimaschonend, demokratisch. Wir wollen zeigen, dass Mobilitätspolitik weit mehr ist als Straßenbau und Verkehrsplanung: Sie entscheidet über Lebensqualität, Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der ADFC wird diese Perspektive in der Bundespolitik noch stärker einbringen – mit klarer Stimme und konstruktivem Druck.“
Die ADFC-Delegierten wählten außerdem: Tourismusexperte und Pressesprecher Christian Tänzler (63) aus Berlin, IT-Unternehmer Christoph Schmidt (49) aus Köln, Ökonomin und Intraday Power Traderin Vera Konrad (32) aus Düsseldorf, den ehemaligen Bremer Verkehrssenator Dr. Joachim Lohse (66) aus Hamburg sowie die Co-Geschäftsführerin der Schwalbe Stiftung Clara Bohle (30) aus München. Als Vertreterin des Jungen ADFC im Bundesvorstand wurde die Geographiestudentin Lena Adam (20) aus Hamburg bestätigt.
Der ehrenamtliche ADFC-Bundesvorstand wird alle zwei Jahre gewählt. Für das operative Geschäft betreibt der ADFC eine Bundesgeschäftsstelle mit einem 48-köpfigen hauptamtlichen Team in Berlin.
(jw)
Laut Copenhagenize Index:
Diese Großstädte sind die fahrradfreundlichsten der Welt
Der Copenhagenize Index soll die fahrradfreundlichsten Großstädte der Welt bestimmen. Drei deutsche Städte haben es 2025 unter die Top 30 geschafft.
Zum ersten Mal seit 2019 hat das Planungsbüro „Copenhagenize Design Company“ wieder den Wettbewerb zum Copenhagenize Index durchgeführt. Das Ranking der Großstädte, die den dazugehörigen Fragebogen eingereicht haben, führen Utrecht, Kopenhagen und Gent an, gefolgt von Amsterdam und Paris. Besonders auffällig ist, dass erst auf Platz 15 die erste außereuropäische Großstadt (Montréal in Kanada) platziert ist.
Auf der Website des Index, an dem auch EIT Urban Mobility mitgewirkt hat, zeigt das regionale Ranking die bestplatzierten Städte der verschiedenen Kontinente bzw. Regionen. In Lateinamerika hat Niteroi (Platz 43) in Brasilien die Nase vorn, in Asien und Ozeanien ist Christchurch (Platz 38) in Neuseeland und in Afrika Quelimane in Mosambik (Platz 83) am besten platziert.
Münster auf Platz 7
Unter den Top 30 sind drei deutsche Städte: Münster (Platz 7), Bonn (Platz 11) und München (Platz 17). In Westfalen freut sich Oberbürgermeister Tilman Fuchs über die gute Platzierung: „Münster ist und bleibt Fahrradstadt. Der starke Einstieg unserer Stadt in den Copenhagenize Index ist eine weitere Bestätigung für Münsters langjährige Radverkehrsförderung. Dass unser Engagement auch international Anerkennung findet, ist ein großer Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzuführen und die Infrastruktur für Radfahrende weiter zu stärken.“ Rund 30 Aspekte zur Fahrradfreundlichkeit fragen die Projektverantwortlichen für den Index ab.
(sg)
Ab 2026
Deutsches Institut für Urbanistik hat einen neuen Leiter
Prof. Dr. Carsten Kühl, der das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) seit 2018 leitete, hat diese Aufgabe bereits im Juli niedergelegt. Zum Jahreswechsel steht nun ein Nachfolger bereit.
Ab dem 1. Januar 2026 übernimmt Dr. Jochen Monstadt die wissenschaftliche Leitung und Geschäftsführung des Difu. Der promovierte Umweltplaner der Technischen Universität Berlin mit Professuren in Darmstadt und Utrecht sowie viel internationaler Erfahrung übernimmt diese Aufgabe von der kaufmännischen Geschäftsführerin Luise Adrian und dem kommissarischen wissenschaftlichen Leiter Dr. Jens Libbe. Adrian und Libbe hatten zwischenzeitlich das gemeinnützige Stadtforschungsinstitut geleitet, nachdem Monstadts Vorgänger Dr. Carsten Kühl die Aufgabe Ende Juli niedergelegt hatte.
Monstadt wurde bei der Mitgliederversammlung des Vereins für Kommunalwissenschaften e.V. (alleiniger Gesellschafter des Difu) einstimmig gewählt, womit die Mitglieder dem Votum einer Berufungskommission folgten.
Forschung und Praxis verzahnen
Monstadt ist seit 2016 Professor für Governance of Urban Transitions und Leiter der Sektion Raumplanung am Institut für Humangeographie und Raumplanung der Universität Utrecht. Der Diplom-Landschaftsplaner und promovierte Umweltplaner forschte bereits in der Schweiz, Kanada, den USA und Frankreich, insbesondere zu Governance-Fragen des räumlichen Wandels, der nachhaltigen Steuerung technischer Infrastrukturen sowie resilienter Stadt- und Regionalentwicklung. Monstadt selbst sagte zu seiner neuen Rolle: „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Team des Difu innovative Lösungen für die nachhaltige Gestaltung der Kommunen zu entwickeln. Mir ist es wichtig, dass Forschung und Praxis eng verzahnt sind, wir zugleich aus internationalen Erfahrungen lernen und die Difu-Arbeit damit weiterhin eine unverzichtbare Hilfestellung für die kommunale Praxis bietet.“
(sg)
Eurobike first im Jahr 2026
Fairnamic stellt Pläne für eine eigenständige Mobifuture zurück
Auf dem Weg zur 34. Ausgabe der Eurobike in Frankfurt am Main im kommenden Jahr hat Messeveranstalter Fairnamic eine wichtige Planänderung vorgenommen. Das Konzept einer parallel stattfindenden, eigenständigen Fachmesse Mobifuture wird für das Jahr 2026 nicht weiterverfolgt.

Die vergangenen Monate waren durchaus turbulent, was die Diskussion über die Zukunft der Eurobike anbelangt. Der Höhepunkt war sicherlich die Ankündigung des Zweirad-Industrie-Verbands und des Brachenverbands Zukunft Fahrrad, die Zusammenarbeit mit den Eurobike-Macher*innen zu beenden und künftig an einer eigenen Branchenplattform arbeiten zu wollen. Wie in dieser Ankündigung und auch in Gesprächen im Nachgang dieser Entscheidung deutlich wurde, war offenbar ein Knackpunkt in den zuletzt stattgefunden Gesprächen zwischen den beiden Verbänden und Fairnamic die geplante Zweiteilung der Veranstaltung im kommenden Jahr – in die Eurobike und in das neue Messeformat Mobifuture. Die Pläne dafür wurden kurz vor der diesjährigen Eurobike erstmals angekündigt und im Laufe der Eurobike präzisiert. Hier hätten sich viele Aussteller vorab einen besseren Informationsfluss und mehr Rücksprache gewünscht, sodass sich letztendlich viele Unternehmen vor den Kopf gestoßen fühlten. Viele Fragen zur Konzeption und Ausrichtung der Mobifuture blieben offen.
Kein eigenständiges Format im Jahr 2026
Die Fairnamic hat jetzt auf die Entwicklung der letzten Wochen reagiert und einen Entschluss gefasst: „2026 wird keine Mobifuture-Veranstaltung co-located zur Eurobike stattfinden“, teilt Fairnamic mit. Die Begründung: „Die Fairnamic hat verstanden, dass für wesentliche Marktteilnehmer*innen die Notwendigkeit einer weiteren Klärung von Konzeption und Ausrichtung der Mobifuture notwendig ist und wird diese deshalb in 2026 nicht als eigenständiges Messeformat abbilden.“ Und weiter: „Neuartige und zukunftsweisende Mobilitätskonzepte werden auch künftig gemeinsam mit sportlichen Fahrrädern, Freizeitfahrzeugen und den Mobilitäts-Allstars der Gegenwart wie E-Bikes, Cargobikes und vielen anderen unter dem Dach der Eurobike gezeigt werden.“ Die Eurobike 2026 wird vom 24. bis 27. Juni 2026 auf dem Gelände der Messe Frankfurt stattfinden.
(jw)
„Stadt.Land.Rad. Sicher unterwegs“
Fahrradkommunalkonferenz mit großem Interesse
Am 11. und 12.11.2025 fand in Landau in der Pfalz die 19. Fahrradkommunalkonferenz statt. Die Konferenz für Wissenstransfer und Best Practices stieß auf großes Interesse seitens der Fachleute.

Die Fahrradkommunalkonferenz stand unter dem diesjährigen Leitthema „Stadt.Land.Rad. Sicher unterwegs“ und unterstützte erneut den Wissenstransfer zwischen den Kommunen zum Thema Radverkehr. Diese Gelegenheit nahmen in der Jugendstil-Festhalle Landau und online rund 500 Radverkehrsverantwortliche aus den Kommunen sowie Fachleute aus Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen wahr.
Christian Hoffmann, Präsident des gastgebenden Bundesamtes für Logistik und Mobilität erklärt: „Radfahren ist kein ausschließlich städtisches Thema. Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland lebt in ländlichen Regionen. Wer verstehen will, wann Menschen im ländlichen Raum aufs Fahrrad umsteigen, der muss dorthin gehen, wo Wege länger, Strukturen anders und Lösungen oft kreativer sind. Das große Interesse an der Fahrradkommunalkonferenz ‚Stadt.Land.Rad. Sicher unterwegs‘ zeigt eindrucksvoll, wie aktuell das diesjährige Leitthema der Veranstaltung ist.“
Von Förderprogramm bis S-Pedelec
Inhaltlich bot die Konferenz Einblicke in erfolgreiche Umsetzungsstrategien und ermöglichte den Dialog über Herausforderungen und Rahmenbedingungen sowie inspirierende Beispiele aus der kommunalen Praxis. In Exkursionen, Netzwerktreffen, Podiumsdiskussionen und Fachforen wurden diverse Inhalte wie interkommunale Zusammenarbeit, Schutzstreifen außerorts oder die Freigabe von Radinfrastruktur für S-Pedelecs thematisiert.
In den Keynotes und einer Podiumsdiskussion am ersten Tag stellten die Rednerinnen aus Politik und Verwaltung vor, wie Bund und Land aktuelle Projekte und Förderprogramme umsetzen. Beispielsweise überführt Landau mit dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) bestehende Wirtschaftswege in zeitgemäße Fahr-radrouten. Zudem ließ sich vor Ort erleben, wie Rheinland-Pfalz mit Pendlerradrouten schnelle, sichere und attraktive Verbindungen für Be-rufspendlerinnen schafft.
Der zweite Konferenztag stand im Zeichen acht unterschiedlicher Fachforen für den direkten fachlichen Austausch, etwa zum flächendeckenden Ausbau von Mobilitätsstationen mit Lade- und Abstellmöglichkeiten oder der Verbindung von Fahrrad und ÖPNV. Die Teilnehmenden befassten sich zudem mit dem Natur- und Artenschutz beim Bau von Fahrradinfrastruktur, etwa im Kontext des Einsatzes von hellem Asphalt, Blühstreifen oder adaptiver Beleuchtung.
Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Hauptförderer der Konferenz sagte: „Der Radverkehr ist fester Bestandteil unserer Mobilität. Die Bundesregierung stärkt und fördert ihn mit viel Engagement. Das Ziel sind lückenlose und sichere Radwegenetze sowie gesicherte Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen. Daher freue ich mich sehr, dass wir das Sonderprogramm Stadt und Land – unser Herzstück der Radverkehrsförderung – bis 2030 verstetigen konnten. Damit haben die Kommunen auch künftig Planungssicherheit.“
Traditionell endete die Konferenz damit, den Staffelstab an die nächste ausrichtende Kommune zu übergeben. Im Jahr 2026 wird sie in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf stattfinden.
(sg)
Mit Rückenwind aus dem Münsterland
Parlamentskreis Fahrrad im Bundestag neu konstituiert
Dafür, dass das Thema Radverkehrsinfrastruktur im Bundestag zusätzliche Bedeutung erhält, soll der Parlamentskreis Fahrrad in Berlin sorgen. Das Gremium wurde kürzlich neu konstituiert.
Mit prominenter Unterstützung und Rückenwind aus der Fahrradhauptstadt Münster hat sich kürzlich der Parlamentskreis Fahrrad im Deutschen Bundestag neu konstituiert. Henning Rehbaum (CDU) aus dem Kreis Warendorf wurde einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt, ebenso wie seine Stellvertreter*innen Victoria Broßart (Grüne) und Stefan Zierke (SPD). Der neue Vorsitzende stammt aus dem fahrradaffinen Münsterland.
Er erklärt zum Amtsantritt: „Ich wünsche mir, dass das Fahrrad zu einem so alltäglichen Verkehrsmittel wird, wie es das im Münsterland schon immer ist.“ Als Vorsitzender des Parlamentskreises Fahrrad wolle er radbegeisterte Abgeordnete aller Fraktionen der Mitte des Bundestags zusammenbringen, mit dem Ziel, bundespolitische Impulse für eine alltagstaugliche Radverkehrspolitik zu setzen. Ein Highlight bildet die parlamentarische Fahrradtour, die im kommenden Jahr stattfinden soll.
Neben 15 Abgeordneten aus ganz Deutschland war auch Markus Lewe (CDU), Oberbürgermeister von Münster zu Gast. Der Münsteraner Bürgermeister und langjährige Städtetagspräsident berichtete von den vielen Initiativen, wie seine Stadt das Fahrrad zum Hauptverkehrsmittel gemacht hat, es mit Bus und Bahn verknüpft und es sich mit den Rad- und Velorouten in den Münsterlandkreisen vernetzt. „Wir machen Radpolitik nicht ideologisch, sondern menschlich.“
Er gab viele Beispiele aus der Praxis, wie Städte und Gemeinden auch im ländlichen Raum gute Radinfrastruktur schaffen können, die auch die anderen Verkehrsteilnehmer mitdenke. „Es braucht aber auch eine Kultur des Miteinanders auf den Straßen, kein Gegeneinander“, betonte Lewe.
(jw)
Förderangebote des BMV verlängert:
Verkehrsministerium unterstützt KMU bei betrieblicher Mobilität
Mit der Kampagne „mobil gewinnt“ fördert das Bundesministerium für Verkehr betriebliche Mobilität in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Rahmen des Förderprogramms „Betriebliches Mobilitäts-Management“. Das Programm wurde bereits im August verlängert.

Durch die Verlängerung können KMU bis Ende des Jahres 2026 Anträge dafür stellen, Beratungskosten mit bis zu 5000 Euro und konkrete Anschaffungen mit bis zu 60.000 Euro fördern zu lassen. Die Initialförderung (max. 5000 Euro) gilt dabei für Betriebe, die sich bisher nicht oder kaum mit der betrieblichen Mobilität auseinandergesetzt haben und Beratungsleistungen aus dem vorausgewählten Beratungs-Pool in Anspruch nehmen wollen.
Die maximalen 60.000 Euro aus der Breitenförderung können Unternehmen beispielsweise nutzen, um sich E-Lastenräder, Elektrofahrzeuge oder Ladeinfrastruktur bezuschussen lassen.
Kleine Unternehmen (bis 50 Mitarbeitende und Jahresumsatz bis 10 Millionen Euro) können bis zu 60 Prozent der Ausgaben fördern lassen. Für mittelgroße Firmen (bis 250 Mitarbeitende und Jahresumsatz bis 50 Millionen Euro) liegt der Anteil bei maximal 50 Prozent.
Weitere Informationen finden sich unter https://mobil-gewinnt.de/
(sg)
Bilder: Lichthelden SHK – Steffen H. Kaufmann, Fairnamic, BALM – Uwe Völkner, pd-f.de – Arne Bischoff













Andreas Bittner 



Stromer – Elstner Ruben


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